MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter und Siegrid Preuschel
Noch’n Gedicht
Industriekauffrau
Ingenieur für Maschinenbau
08491 Netzschkau
Der November ist für Dieter und Siegrid Preuschel ein rotes Tuch. Sind die Feiertage und der Jahreswechsel dann auch vorüber, hauen sie ab in Richtung Sonne. Von Januar bis März verbringt das seit 1958 verheiratete Paar aus Netzschkau eine lange und erholsame Urlaubszeit auf Gran Canaria. Das ist Tradition, das machen die Preuschels schon seit 17 Jahren so. Ihre Kinder Kerstin (geboren 1959) und Mario (zur Welt gekommen 1962), vier Enkel und vier Urenkel finden das gut. Denn eine große und intakte Familie zu haben, bedeutet für alle Glück und Zufriedenheit. Geboren 1937 in Essen, kam Dieter Preuschel durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges unter anderem nach Ostpreußen und Nordrhein-Westfalen. In Remscheid machte er eine Lehre zum Werkzeugmacher und siedelte 1956 in die DDR nach Reichenbach ins Vogtland über. Er stieg bei der NEMA ein, lernte dort seine spätere Frau Siegrid kennen, holte 1957 die mittlere Reife auf der Schulbank nach. Denn Dieter Preuschel wollte studieren. Bis 1958 arbeitete er als Schlosser, absolvierte 1958-1963 ein Technikerstudium und von 1963-1966 ein Studium zum Ingenieur für Schwermaschinen- und Anlagenbau. Fast zehn Jahre lang hat er sich auf der Abendschule dienstags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr und sonnabends ganztags qualifiziert. 1966 wurde Dieter Preuschel Leiter des Büros für Neuererwesen bei der NEMA, das kurz nach der Wende aufgelöst wurde. Er war dabei wickelte mit ab. 1992 trat er in den Vorruhestand. Seine Frau Siegrid, 1940 in Netzschkau zur Welt gekommen, ist gelernte Industriekauffrau und war bei der NEMA mit Unterbrechungen durch die Geburt der beiden gemeinsamen Kinder bis 1993 beschäftigt. Ein schwerer Schicksalsschlag ereilte die ganze Familie 1994 in Südfrankreich. Nach einem Busunglück landeten Preuschels in französischen Krankenhäusern und mussten dort lange zubringen. Sie hatten wohl mehrere Schutzengel, die sie begleiteten und überlebten wie durch ein Wunder. Heute sind sie dankbar für jeden Tag, den sie gemeinsam erleben dürfen. Gedichte, am liebsten von Heinz Ehrhardt, die er gern auswendig vorträgt, und klassische Musik, besonders Oper, mag Dieter Preuschel. Und er dichtet selbst gern, geht mit seiner Frau aber auch zum Sport. Jeden Mittwoch halten sich beide mit Gymnastik fit. Denn Siegrid Preuschel war in jüngeren Jahren mit Leib und Seele Turnerin. Ihr Dieter hält die ganze Familie zusammen und hat mindestens 30 H. Ehrhardt-Gedichte und 20 eigene, sowie klassische von Goethe und Schiller auswendig drauf. Beide wollen noch lange gesund bleiben und sind stolz auf ihre Kinder, Enkel und Urenkel.