MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst und Christine Prasser
Arbeit und Familie – ein reiches Leben
Traktorist
Ländliche Hauswirtschaftsgehilfin
01623 Lommatzsch
Eine besondere Freude war, als der Enkel bei der Feier der Goldenen Hochzeit von Christine und Horst Prasser in der Kirche auf der Trompete spielte. Seit 1963 gehen sie den gemeinsamen Lebensweg, kennengelernt haben sie sich, als beide im örtlichen Tischtennisklub aktiv waren.
Horst Prasser kam 1933 in Zöthain zur Welt, besuchte im Nachbardorf Wachtnitz die Schule bis zur 8. Klasse. Zur Berufsschule ging es nach Lommatzsch, die praktische Lehre geschah auf dem elterlichen Hof, den die Mutter bald alleine bewirtschaften musste, der Vater starb früh. Als die Mutter in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eintreten sollte, begann er als Zugmaschinenführer auf der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) im nahen Neckanitz. Mit der Heirat wechselte er auf den Daubnitzer Hof, blieb Traktorist, bis er mit 56 Jahren per Altersübergangsgeld in die Rente geleitet wurde.
Als Christine Saalbach kam seine spätere Frau 1940 in Altenhain bei Grimma auf die Welt, erlebte dort die Kindheit, bis 1948 ihr Vater in Daubnitz das Anwesen der dortigen Cousinen übernahm. Doch in den Nachkriegsjahren mit unübersichtlichen Rechtsverhältnissen wurde der Vater wenig später für acht Jahre ins Gefängnis gesteckt. So musste die Mutter (die Cousinen selbst waren schon etwas kränklich) das Anwesen einschließlich des seit 1831 bestehenden kleinen Gasthofes bewirtschaften, eine Aufgabe, der sie bis 1994 nachgehen konnte, unterstützt von den Angehörigen der Familie Prasser. Die junge Christine besuchte die Hauswirtschaftsschule in Friedberg / Hessen und machte dort ihren Abschluss. Vier Jahre (ab 1957) nahm sie Gelegenheit wahr, auf dem Hof einer Tante in Hessen andere Gegebenheiten kennenzulernen. 1962 zog es sie in die Heimat zurück, sie arbeitete anderthalb Jahre als Beiköchin in einer Gaststätte in Meißen, kümmerte sich nach der Heirat um Familie, Kinder (Tochter und Sohn, inzwischen zwei Enkel), um Gemüseanbau und die vielen Hühner, arbeitete später, als die Kinder größer und selbständiger wurden, acht Jahre im Melkhaus der großen Milchviehanlage von Wachtnitz und zuletzt vor dem Renteneintritt im Jahr 2000 für die Gemeinde bei Anlegen von Wanderwegen oder beim Holzeinschlag. Heute kocht sie für die Mehr-Generationen-Familie, Horst Prasser, seit 58 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, kümmert sich noch um den Garten und das Geflügel.