MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Willfried Poszwa
Der Schuldirektor im Malerkittel
Diplom-Pädagoge
04720 Döbeln
Leipziger Str. 106
Fon: 03431 / 711796
Der Diplom-Pädagoge Willfried Poszwa ist ein Praktiker, der es früh gelernt hat, die verschiedensten Situationen erfolgreich zu meistern. Er wächst in der Nachkriegszeit mit vier Geschwistern auf. Zu Hause ist das Geld immer knapp, nach dem Abschluss der achten Klasse erlernt er den Beruf eines Betriebsschlossers im Stahlwerk Riesa und kann so schon zum Unterhalt der Familie beitragen.
Mit 17 Jahren wirbt man Willfried Poszwa für eine Ausbildung zum Unterstufenlehrer. Bald liebt er diesen abwechslungsreichen Beruf und die Arbeit mit den Kindern. In den ersten Jahren unterrichtet er mal in der einen oder der anderen Klassenstufe die verschiedensten Fächer. Als junger Pädagoge und FDJ-Mitglied wurde er von 1965–1969 in die FDJ-Kreisleitung Döblen delegiert, wo er als Sekretär der FDJ-Kreisleitung und Kreisvorsitzender der Pionierorganisation tätig war. In dieser Zeit tritt er auch in die SED ein. „Es war eine Zeit, in der es noch vorwärtsging“, kommentiert er heute diesen Schritt. In späteren Jahren führt er harte Diskussionen im Verwandten- und Bekanntenkreis, auch er bemerkt immer deutlicher die Krisenerscheinungen in der DDR.
Nach einem Fernstudium zum Staatsbürgerkundelehrer wird der junge Absolvent mit 27 Jahren in Kiebitz zum jüngsten Direktor in seinem Kreis ernannt. Eine Kollegin erinnert sich noch viele Jahre später mit Hochachtung an den Direktor im Malerkittel, den sie an ihrem ersten Unterrichtstag nach dem Stundenplan fragt. Dieser ist hier 15 Jahre tätig und absolviert eine Weiterbildung an der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, wo er die Spitzenkräfte seines Faches kennenlernt. Als Diplom-Pädagoge kann er im Kreis Döbeln als stellvertretender Kreisschulrat für Planung, Haushalt und Schulorganisation (PHS) erneut sein praktisches Talent unter Beweis stellen, das ihn selbst in scheinbar ausweglosen Situationen immer wieder eine Lösung finden lässt. Sein Engagement wird mit den Titeln Oberlehrer und Studienrat geehrt.
Ab 1989 muss sich auch Willfried Poszwa mit dem Vorwurf der Staats- und Parteinähe auseinandersetzen. Doch er jammert nicht, sondern sucht nach Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen. Als Technischer Direktor bildet er Meister in der Landwirtschaft weiter und ist in der Lehrerfortbildung tätig. Bis zu seiner Berentung arbeitet der vielseitige und praktische Pädagoge schließlich an der Förderschule in Roßwein. Man setzt ihn als Klassenleiter ein, später unterrichtet er die „praktischen“ Fächer. Außerdem pflegt er einen guten Draht zum Schulhausmeister.
Willfried Poszwa absolviert auch als Rentner ein umfangreiches Arbeitspensum in seiner Werkstatt, die Zahl der Aufträge kann sich sehen lassen. Sein Projekt „Poschis Spielwelt“ erfreut sich eines großen Zuspruchs. Auch familiär hat sich sein Leben erfüllt. Seine Tochter Dana, eine Schneiderin, hat ihm drei Enkel beschert. Dazu kommen die regelmäßigen Treffen mit den Geschwistern.