MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christel Preisigke
„Man trifft sich immer zweimal im Leben“
Leipziger Str. 36
06780 Zörbig
Fon: 034956 / 21389
Das Fräulein vom Büro wollte sie werden und wurde es auch, beginnt die 1959 geborene Christel Preisigke die Erzählung ihres beruflichen Werdegangs. Zuvor hatte sie die 10. Klasse abgeschlossen (1966–1976), Wirtschaftskaufmann im VEB Pumpenwerke Halle gelernt. Nachdem sie 1979 ihren Mann Gerd (Tischler) geheiratet hatte und im gleichen Jahr Tochter Dana (Einzelhandelskauffrau) geboren wurde, musste sie ihre Arbeit vorerst aufgeben, weil die Kleine sehr krank war und häuslicher Pflege bedurfte. Im Anschluss in Schichten im Fahrkartenverkauf des Bahnhofs Halle tätig, verrichtete sie diese Arbeit bis die Risiko-Schwangerschaft mit Sohn Tino (geb. 1983, Hotelkaufmann) erneut gesundheitliche Aspekte in den Vordergrund rückte. Im Kindergarten ihrer Tochter als besonders nette Mutti bekannt, sprach man sie dort an, ob es ihr möglich wäre ab und an Aufsicht während der Mittagsruhe zu übernehmen, damit die Erzieherinnen ihre beruflichen Zusammenkünfte in dieser Zeit durchführen könnten. Zeit hatte sie, Lust hatte sie und was so quasi ehrenamtlich begann, mündete in einem Angestelltenverhältnis in eben dieser Einrichtung für ganze 10 Jahre. Da in der Verwaltung dringend Bürokräfte gesucht wurde, erinnerte man sich an sie und ihre eigentliche Qualifikation und so kehrte sie in den administrativen Dienst zurück. Als Fördermittelbearbeiterin für die Stadt Halle begann sie, wurde nach langer eigener Krankheit in das Amt für Ausbildungsförderung versetzt. Aus heutiger Sicht, das Beste, was ihr passieren konnte, denn sie geht in dieser Arbeit auf. Dass sie für diese Aufgabe vom Heimatort Zörbig nach Halle täglich einige Zeit unterwegs ist, stört sie nicht. Ehemann Gerd ist ja auch auf Montage und zudem sind die beiden Trennungen gewöhnt, seit er früher zur See fuhr. Christel Preisigke hat bereits während der DDR-Zeit die BRD bereist, war mit der Wende nicht überrascht über den Wandel und die Möglichkeiten. Sie erinnert sich daran, dass früher die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach langer, krankheitsbedingter Ausfallzeit, kein Problem war. Ein jüngst notwendiger Arztbesuch war Anlass daran zu denken, denn einen Krankenschein nahm sie nicht an – wie viele andere auch, sagte der Arzt – weil heute auf den eigenen Arbeitsplatz bereits andere warten. Selbst an Rheuma erkrankt, engagiert sich Christel Preisigke seit 10 Jahren in der Rheuma-Liga in Halle. Verbleibende freie Zeit verbringt sie am liebsten mit ihrem Mann und den Enkelkindern, denen sie auch die eigene Liebe zu Büchern vermittelt.