MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. sc. Günter Predel
Retrospektive
Pensionär
Andromedastraße 4
16321 Bernau b. Berlin
Wie schon sein Leben lang, sind auch im Rentnerstatus die 24 Stunden des Tages einfach zu wenig.
Professor Predel konstruierte früher Fischfanggeräte und technische Anlagen für die Fischerei, heute spielt er Akkordeon und Keyboard, ist stetiger Gast in der Bibliothek, baut Schiffsmodelle, geht spazieren, wandern und kegeln, versorgt seinen Garten und liebt das Autofahren.
Seit 1979 mit Ehefrau Annelies verheiratet, avancierte auch die wachsende Familie zum Lebensinhalt.
Der Tod von Tochter Kerstin 1979 war kaum zu verkraften. Doch es wurden Tochter Dagmar und Sohn André geboren, die heute als Apothekerin und Rechtsanwalt tätig sind und ihren Eltern 2 Enkel schenkten.
Geboren wurde Günter Predel am 26.02.1927 in Lietzow auf Rügen. Wie schon sein Vater wurde er Fischer, musste den Krieg als Soldat und englische Kriegsgefangenschaft überstehen und begann eine Bäckerlehre in Schleswig-Holstein bevor er nach Rügen in die Fischerei zurück kehrte.
Er machte 1952 sein Abitur an der ABF Greifswald, begann an der technischen Fakultät für Luftfahrtwesen in Rostock als einer der ersten Studenten der DDR in neu aufgebauter Studienrichtung.
12 Monate lang nicht glücklich mit dieser Entscheidung, kehrte er zu den Wurzeln zurück, machte 1956 an der Humboldt-Universität zu Berlin den Abschluss als diplomierter Fischwirt und wurde wissenschaftlicher Assistent am Institut für Fischereiwesen an der selben Uni.
Günter Predel promovierte, wurde wissenschaftlicher Oberassistent, 1962 Leiter der Zweigstelle für Fischereitechnik Potsdam-Sackow, 1977 Direktor des Institutes für Binnenfischerei in Berlin Friedrichshagen sowie Leiter der Fachrichtung Fischwirtschaft der Humboldtuniversität zu Berlin.
Ein Fernstudium machte ihn zum Ingenieur für Landtechnik und 1972 promovierte Günter Predel zum Dr. sc.
Forschungsarbeit, über 80 Veröffentlichungen und 26 Jahre Vorlesungen an der HU und 10 Jahre Vorlesungen an der Universität Rostock über diverse Gebiete der Fischwirtschaft bestimmten ebenso den Alltag wie das Halten von Vorträgen.
1974 wurde Dr. Predel zum Dozenten, 1977 zum Professor berufen und wurde Direktor des Institutes für Binnenfischerei in Berlin Friedrichshagen.
Internationale Beziehungen und Studienreisen führten ihn ins Ausland, in die RGW-Länder, aber auch in die BRD, nach Japan und Kuwait.
Nach unglaublicher Karriere begab sich Prof. Dr. Predel 1985, durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt, in den Ruhestand. Seinen Weg vom einfachen Fischer zum Universitätsprofessor betrachtet er in der Retrospektive mit Stolz.
Im Herbst des Lebens hegt Dr. Predel nur einen Wunsch – bei guter Gesundheit noch viele schöne Jahre mit Frau und Familie verbringen zu dürfen.