MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Brunhilde Pretschker
Eine starke Frau
15366 Hoppegarten
Ein arbeitsreiches Leben hat sie geprägt aber nicht gezeichnet. Und so wirkt die heute 80-jährige noch sehr dynamisch und aufgeweckt. Im Thüringischen Treffurt geboren, besuchte sie in Mühlhausen die Grund- und Oberschule und schaffte damit die Voraussetzung für eine Lehrausbildung zur Köchin im Hotel Schlenker (Kaiserhof) – damals das erste Haus am Platz. Ihre erste Arbeitsstelle war ein Genesungsheim. Hier lernte sie auch ihren späteren Mann kennen, der mit einer FDJ-Band in gleichem Heim zum Tanz aufspielte. Beide heirateten und fortan war Brunhilde Pretschker die starke Frau an der Seite ihres Mannes. Er studierte Ökonomie, arbeitete im Rat des Bezirkes, ging 1957 zur Armee und wurde später ins Ministerium für Finanzen berufen. Aber auch Brunhilde Pretschker entwickelte sich weiter. Sie schloss eine Qualifizierung zur Stenotypistin ab und arbeitete als Buchhalterin im Rat des Kreises Strausberg.
Privat war es in der damaligen Zeit nicht so einfach wie heute. Die erste gemeinsame Wohnung in einem alten Bauernhaus hatte noch Außentoilette und eine uralte Küche. 1957 konnten sie nach Berlin und dort ihre erste „richtige“ Wohnung beziehen.
Die Kinder Irmhild, 1958 geboren, und Heidrun, 1960 geboren, wohnen heute in ihrer Nähe, was den Umgang mit den sechs Enkelkindern zur Freude werden lässt. Das besonders vor dem Hintergrund, dass ihr Ehemann leider schon verstorben ist.
Und trotzdem meint sie: „Ich bin ein Glückskind“. Sie schaut gerne auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann zurück und freut sich heute noch, dass sie beide das Leben so bewusst gelebt haben. Alleine die vielen Reisen, die Länder, die Menschen, die sie kenngelernt haben... Auch heute steht ihr der Sinn danach weitere ferne Ziele zu bereisen. Aber sie weiß, irgendwann ist die Gesundheit dann wohl doch ein Punkt, der ihre Wünsche einschränken wird. Beweglich bleibt sie allemal, wenn auch in kleinerem Rahmen, wenn sie per Fahrrad unterwegs ist.
Seit 1990 im Ruhestand, verfolgt sie aufmerksam die Entwicklung im Land. Sie wünschte sich etwas mehr Respekt von den Politikern, findet deren Aussagen nicht immer von Ehrlichkeit geprägt. Aber sie ist auch froh leben zu können, wie es ihr gefällt und sich an ihrer schönen Wohnung und der Nähe der Familie freuen zu können.