MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Torsten Preußing

Der Verführer

Torsten Preußing
Journalist/Publizist/Mitglied im Quartiersrat von Marzahn NordWest

Märkische Allee 350
12689 Berlin
Fon/Fax: 030 / 9327325
E-Mail: torsten.preussing(at)t-online.de

„Du erzählst gerne und viel, geh’ mal zum Radio“, sagten Verwandte und Bekannte in weiser Voraussicht. Außerdem saß Torsten Preußing gebannt vor dem Rundfunkgerät, wenn zum Beispiel Heinz Florian Oertel, der zu seinen Vorbildern gehört, die Friedensfahrt packend und hautnah schilderte. Kein Wunder also, dass der gebürtige Berliner bereits in der sechsten Klasse Journalist werden wollte. Im damaligen „Deutschlandsender“ begann Torsten Preußing 1965 seine Laufbahn, die schon nach acht Monaten erst einmal zu Ende war. „Da die Ausbildung nicht anerkannt wurde, musste ich zur Armee“, erinnert er sich. Nach drei Jahren saß er in der gleichen Redaktionsstube, in der Abteilung Zeitfunk des „Deutschlandsenders“, der später in „Stimme der DDR“ umbenannt wurde. Dort war Torsten Preußing als Redakteur für die vormittägliche Sendereihe „Die bunte Welle“ tätig, hatte ein akustisches Rendezvous mit Hausfrauen, Rentnern, Müttern im Baby-Jahr. Gleichzeitig begann er ein Fernstudium an der Universität in Leipzig. Bis 1993 arbeitete der Diplom-Journalist in der Redaktion Zeitgeschehen beim nunmehrigen „Deutschlandradio Kultur“ mit. Als er arbeitslos wurde, besuchte er eine Fortbildung zum Werbefachberater. Viel mehr Freude bereitete ihm die Mitarbeit bei einem demografischen Institut, das sich mit der Lebenssituation von Berliner Kindern und Jugendlichen vor allem in Marzahn beschäftigte. Irgendwann kam der Mann auf die Idee, Heiratsanzeigen in DDR-Zeitungen unter die Lupe zu nehmen. „Wir analysierten rund 11.000 Annoncen, die Studie umfasst über 120 Seiten. Es war interessant, was so alles zwischen den Zeilen stand“, erzählt Torsten Preußing augenzwinkernd. Seit einiger Zeit hat er eine neue Aufgabe: Als Mitglied im Quartiersrat von Marzahn NordWest kümmert er sich um ein besseres Zusammenleben der Bewohner und um ein sauberes Umfeld. „Hier wohnen auch viele sozial schwache Menschen, Alte und Junge, alleinerziehende Mütter, Familien aus dem Ausland. Und der Redakteur konnte das machen, was ihm in der Lokalpresse nicht gelang: Er stellte zehn Wandertouren durch Marzahn zusammen und schrieb darüber Geschichten und Geschichtliches. So entstand der Wander(ver)führer „Im Zirkel des Marzahner Matterhorns“, womit ein Kletterfelsen gemeint ist. Im November 2008 verstarb Ehefrau Lianne an einer heimtückischen Krankheit. Sohn Mathias und die Arbeit im Kiez geben Torsten Preußing neuen Lebensmut. Eine Kreuzfahrt durch Skandinavien ist sein großer Traum.
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