MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hannelore Pragst
Platz für Leben
Hobbykeramikerin
Wilhelm-Hellge-Straße 112
39218 Schönebeck
Fon: 03928 / 843917
Sie modelliert in klaren Linien ohne Schnörkel. In den grazilen Figuren stecken Spannung und Intensität. Zehn Jahre hat Hannelore Pragst bei Darius Malkowski, einem bekannten Bildhauer und Keramiker, gelernt, den Ton zu formen. Heute leitet sie selbst Kurse, führt Erwachsene und Kinder an diese Kunst heran. Gott habe sie reich beschenkt, sagt die gläubige Christin, und ihr goldene Hände mitgegeben.
Hannelore Pragst macht Handarbeiten, malt und formt Skulpturen. Sie töpfert, wann immer sie dazu Gelegenheit hat. Wenn es um Raumgestaltung oder Geschenke gehe, werde sie gerufen, so die „Hobbykünstlerin“, deren Wiege in Graal-Müritz stand.
Nach der Hauptschule arbeitet Hannelore Pragst 10 Jahre in einem Altenheim. Sie ist Mädchen für alles, kocht, putzt und pflegt.
1962 wird sie Schwester im Schönebecker Julius-Schniewind-Haus. Sie bleibt fast 20 Jahre in diesem Seelsorge- und Tagungsheim der evangelischen Kirche und absolviert eine Ausbildung zur Kinderdiakonin.
1981 wechselt sie als Kinderkatechetin in die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, das SCHALOM-Haus von Schönebeck. Sie liebe Kinder, und die Kinder liebten sie, erzählt Hannelore Pragst. Kindern christliche Werte zu vermitteln, das bedeute ihr viel und mache sie glücklich. Zu DDR-Zeiten sei sie durchs ganze Land gereist, um in Gemeinden Kinderbibelwochen abzuhalten. Die 71-Jährige widmet sich auch heute noch voller Freude den jungen Menschen der Gemeinde.
Die Frau mit dem offenen, herzlichen Lachen ist voller Bescheidenheit. Sie führt ein gastfreundliches Haus und kann sich nicht lange ärgern. Unsagbar traurig macht es sie, wenn Abtreibung die Chance auf Leben vernichtet. Deshalb engagiert sich Hannelore Pragst mit ihrer Kunst auch im Verein KALEB, dessen Hauptanliegen der Schutz des ungeborenen Lebens ist. Nach Kaleb, einem Mann der Bibel, sei der Verein benannt. Die Großbuchstaben stünden für „Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren“, erklärt sie. Es sei immer Platz für Leben, daran halte sie unbeirrt fest.
Für eine feste Partnerschaft hat Hannelore Pragst die Zeit gefehlt. Sie war ständig auf Reisen und hat kaum eine größere Stadt ausgelassen. Dass sie in Schönebeck ein Stück Heimat gefunden habe, das verdanke sie einem großen Freundeskreis, zu dem auch die Familie Menzel gehöre, meint sie.
Auf den Gottesdienst am Sonntag freut sich Hannelore Pragst immer wieder aufs Neue. Psalm 37 Vers 5: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“– in diesem Glauben findet Hannelore Pragst täglich Kraft …