MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter Poppe

„Arbeit macht das Leben süß.“ (Sprichwort)

Peter Poppe

Kührener Str. 4
04808 Wurzen OT Burkhartshain
Fon: 034261 / 61741

Seine Kindheit hat ihn geprägt, den 1940 geborenen Peter Poppe, der 5-jährig mit seiner Mutter und sechs Geschwistern 1945 die Heimat in Oberschlesien verlassen musste. Er erinnert sich, wenig Habe mitnehmen zu können und mit seinem kleinen Ranzen in furchtbarer Kälte vom Bahnhof Dahlen mit einer Pferdekutsche die Flucht angetreten zu haben. Mutter Marie erreichte schließlich den Ort Olganatz im ehemaligen Kreis Oschatz wo sie – alleine mit ihren sieben Kindern – Aufnahme bei der Bauersfamilie Müller fand. Die Solidarität dieser Menschen war außergewöhnlich und dringend benötigt in der damals schweren Zeit. Mit Ehrfurcht erinnert sich Peter Poppe heute noch daran und auch an die unglaubliche Leistung seiner Mutter, der es zu verdanken ist, dass alle Kinder sowohl in der Schule als auch im Leben ihr Bestes erreichen konnten. Nach 8-klassigem Schulbesuch nahm der junge Peter eine 4-jährige Ausbildung am Institut für Lehrerbildung Leipzig auf. Lehrer wurden in der Nachkriegszeit dringend gebraucht, was zu dem kurzen Ausbildungsweg führte. Mit dem Abschluss der 10. Klasse in der Tasche und als Unterstufenlehrer ausgebildet, nahm er mit 18 Jahren an der Schule Burkartshain seine Lehrtätigkeit auf und blieb bis zu seinem letzten Schultag 1994 – mit kleiner Unterbrechung – dort aktiv: 1962–1967 Fernstudium Sport an der Pädagogischen Hochschule in Potsdam. In den Jahren 1974–1992 agierte er zudem als Kreisturnrat. 1982–1984 war er in Mosambik im Einsatz, arbeitete diese Jahre im Ministerium für Bildung und Erziehung. Seine Frau Karin (Hochzeit 1970, Unterstufenlehrerin) durfte ihn begleiteten und war an der Botschaftsschule in Maputo angestellt. Peter Poppe, seit seinem 14. Lebensjahr selbst sportlich in der Leichtathletik aktiv, hat mehrere Medaillen bei Landesmeisterschaften errungen und war 55 Jahre in verschiedenen Sportarten, insbesondere aber in der Leichtathletik, Übungsleiter für den Nachwuchs. Mehrfache Delegierungen an die Kinder- und Jungend-Sportschule waren Ergebnis seiner Arbeit, ebenso wie vordere Plätze seiner Schützlinge bei Deutschen Meisterschaften. Mit über 70 Jahren lief er selbst seinen letzten Halbmarathon. Fehlender Nachwuchs an jungen Sportlern beendete sein leidenschaftliches Ehrenamt. Die Zwillingstöchter Manja und Simone (geb. 1970) der Eheleute Poppe sind in die „pädagogischen Fußtapfen“ der Eltern getreten und heute Kindergartenleiterin und stellvertretende Schulleiterin. Sechs Enkelkinder bereichern indessen die Familie. Als Stadtratsmitglied, Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Wurzen, Gründungsmitglied des Freibadvereins, Leiter des Ortschaftsrates und Kreisrat des Landkreises Leipzig-Land hat Peter Poppe zudem seine Spuren hinterlassen. Sein ehrenamtliches Engagement vor und nach der Wende begründet er mit: „Ich wollte das einfach!“ und berichtet davon persönliche Zeit und Mittel investiert zu haben, weil es ihm Freude bereitet etwas zu bewirken von dem alle partizipierten – letztendlich auch er, wie er sagt. Dass Einsatzbereitschaft und Ehrlichkeit seine Stärken sind, erübrigt sich zu betonen. Er hat sich damit Anerkennung erarbeitet. Doch die wichtigste ist ihm die seiner Familie, auf die er stolz ist und die er als Glück empfindet. „Ich habe viel zu tun, aber wenn die Leute kommen, helfe ich gerne. Es ist doch Vertrauen, das sie mir da entgegenbringen und dann entscheide ich eben immer wieder: Eine Runde muss ich noch drehen....“ lacht Peter Poppe und denkt noch lange nicht ans Aufhören.
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