MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erhard und Käthe Posern
„Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.“ (Laotse)
Ing. für Dampferzeugerbau
Porzellanmalerin
Harpersdorfer Str. 58
07586 Kraftsdorf
Erhard Posern wurde 1944 geboren. Er besuchte bis zur 8. Klasse die Zentralschule Harpersdorf und hatte dann das Glück an die Erweiterte Oberschule nach Gera delegiert zu werden. Diese beendete er mit dem Abitur. Im Anschluss lernte Erhard Posern den Beruf des Maschinenbauschlossers im VEB Dampfkesselbau Gera. Durch den Betrieb an die Ingenieurschule „Rudolf Diesel“ in Meißen delegiert, zu einem Studium Fachrichtung Dampferzeugerbau, schloss er dieses erfolgreich als Ingenieur ab und arbeitete danach für den Betrieb VEB Großdampferzeugerbau Berlin dreizehn Jahre in Montagetätigkeit. 1966 hatte er seine Frau Käthe geheiratete, Sohn Ralf hatte im gleichen Jahr das Licht der Welt erblickt. Die berufsbedingt ständige Trennung von der Familie wurde zur Belastung. Erhard und Käthe Posern beschlossen Änderung. So kam es, dass Erhard Posern die Arbeitsstelle wechselte und im VEB Generalauftragnehmer Elektroinvest Jena eine Stelle als Projektleiter annahm. In dieser Funktion erlebte er die Wende. Schnell kam die Frage auf, wie es weitergeht, denn klar war, große Planungsbetriebe hatten keine Chance auf Weiterführung. Alternativen wurden gesucht, die Idee einen Vertrieb von Stahlhallen aufzubauen kam auf. Die Partnersuche verlief erfolgreich, das Produkt wurde bestellt, doch letztendlich kam es zur Auflösung des VEB und damit endete der Versuch der Neuorientierung und Umstrukturierung. Mit zwei weiteren Kollegen gründete Erhard Posern daraufhin 1992 die Firma KPS (Anfangsbuchstaben Namen der Gründer). Sie kauften von der Treuhand das vormals aufgebaute Geschäftsfeld ab, nahmen dafür Kredite auf und starteten mit allen Widrigkeiten eines Neuanfangs in die Selbstständigkeit. Erfolgreich, denn als die drei Firmengründer und Geschäftsführer 2012 gleichzeitig in die Rente gingen, konnten sie ihr Unternehmen an ihren Distriktmanager, der sie bis dahin von Luxemburg aus betreut hatte, übergeben. Noch heute ist die Firma aktiv. Sohn Ralf betreibt eine Heizungs- und Sanitärfirma, in der Vater Erhard noch ab und zu helfend mitwirkt. Doch langsam will er ganz zur Ruhe kommen, die Zeit mit seiner Frau Käthe (geb. 1943) verbringen. Sie, einst mit Ihrer Familie aus Schlesien vertrieben, wuchs in Reichenbach bei Hermsdorf auf. Nach der Schule lernte sie den Beruf Porzellanmalerin, übte ihn bis 1992 aus. Sie wurde durch die Wendeentwicklungen und dem damit folgenden Stellenabbau des Betriebes entlassen. Fortan war sie im Büro tätig, unterstützte ihren Mann als „starke Frau“ im Rücken, die anpackte wo immer es nötig war. Heute hält sie sich mit Gymnastik beweglich, damit sie weiter mit ihrem Mann gemeinsam Wintersport betreiben kann. Die Eheleute reisen gerne und viel. Mit dem Wohnmobil ergründen sie den europäischen Raum, gerne auch inspiriert von der Buch-Lektüre des Romanautors Konsalik.