MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gertraud Pomian
„Ich bin eben Optimist“
Rentnerin
Wittenberger Str. 31
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 22234
Wäre es nach dem Vater, Friseurmeister Max Köhler, gegangen, hätte seine einzige Tochter Gertraud den von ihm im Jahr 1930 gegründeten Friseursalon (bis 1967) übernommen. So wäre das Geschäft in Sachsen in Familienhand geblieben. Doch Gertraud hatte andere Vorstellungen. Geboren 1931 in Delitzsch, ging das Mädchen dort von 1937 bis 1945 zur Schule. Anschließend erlernte Gertraud zunächst auf Wunsch ihres Vaters das Friseurhandwerk, sie ließ sich drei Jahre bei ihrem Onkel ausbilden und arbeitete danach im elterlichen Geschäft Köhler in Delitzsch mit. Gertraud heiratete 1952, zwei Jahre später kam ihre Tochter Anette (heute Fußpflegerin in Bad Düben) zur Welt. Die Ehe zerbrach 1956, vier Jahre danach heiratete Gertraud ein zweites Mal. Sie schloss mit dem Umsiedler Manfred Pomian (Heizungsmonteur, gestorben 2007, Tochter Martina aus erster Ehe, Rentnerin) den Bund fürs Leben. Nachdem die Familie 1965 nach Bad Düben gezogen war, suchte sich Gertraud Pomian eine Arbeit im Handel. Der Umgang mit Kunden in einer Lebensmittel-Verkaufsstelle des Konsums gefiel ihr gut. „Ich habe 20 Jahre als Friseuse gearbeitet und danach 25 Jahre als Verkäuferin – bis zur Rente“, meint sie rückblickend auf ihr Berufsleben. Im Konsum arbeitete man zu fünft, manchmal auch zu sechst und Gertraud Pomian ging halbe Tage zum Dienst, ihr Mann verdiente auf Montage gut, sagt sie. Bis heute ist die Rentnerin oft und gerne unter Menschen, hält noch Kontakte zu ehemaligen Kolleginnen sowie auch zu ihren Cousinen väterlicherseits, die inzwischen alle über 90 Jahre alt sind. Bis zum 80. Lebensjahr hat Gertraud Pomian sich mit Sport wie in der Gymnastikgruppe bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und beim Schwimmen fit gehalten. Solange es geht, will sie bei guter Gesundheit in ihrem Haus mit Garten wohnen bleiben und ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie liebt ihre Blumen, ist stolz auf ihre vielen Kontakte, auch zu alten Schulfreundinnen in Delitzsch, und vor allem auf ihre Familie. Gertraud Pomian hat zwei Enkelkinder und vier Urenkel. Optimismus und Durchsetzungsvermögen zählt sie zu ihren persönlichen Stärken. Letzteres musste sie erst lernen, nachdem Ehemann Manfred gestorben war. „Man fängt im Leben dann und wann auch wieder mal von vorne an“, heißt Gertraud Pomians Lebensmotto. „Ich bin eben Optimist“, sagt sie lachend und ist glücklich mit ihrem langen Leben. Gern erinnert sie sich an Reisen auf die Insel Mallorca. Sie ist froh, dass ihre Kinder ganz in der Nähe wohnen.