MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Polster

Ein unbeschreiblicher Moment

Christa Polster

Bankkauffrau i. R.
Am Wolfsgraben 4
04668 Grimma

Christa Polster wurde am 09.12.1926 in Lastau bei Colditz als Tochter eines Lehrers geboren – ein Beruf, der sich in übernächster Generation erneut durchsetzen sollte. Ihre dörflich geprägte Kindheit konnte sie sehr genießen. Das Leben mit Freunden spielte sich weitestgehend im Freien ab und absoluter Höhepunkt aller war es, wenn die Brezelfrau kam und mit prall gefüllter Kiepe den Ort aufsuchte. 1933 eingeschult, besuchte sie ab der vierten Klasse die Oberschule in Rochlitz und beendete die sich anschließende Lehre in Colditz als Bankkauffrau. In der Bank hatte sie auch ihren Mann Fritz kennen gelernt. Die Töchter Karin und Regine wurden geboren und das vierblättrige Familienkleeblatt lebte sogar im Bankgebäude direkt über der Bank. Übrigens erblickte eine Tochter an einem gleichen Wochentag wie Kronprinz Charles das Licht der Welt, Sohn der englischen Queen Elisabeth. Nach den Geburten der Kinder 1948 sowie 1953 arbeitete Christa Polster als Buchhalterin in einer Dachdeckerfirma und als ihr Ehemann in Grimma zum Bankleiter aufstieg, zog die Familie dorthin. Bis 1986 berufstätig, war der Rentnerin drei Jahre später einer der wertvollsten Augenblicke ihres Lebens vergönnt, der von nicht versiegen wollenden Freudentränen begleitet war. Eine Tochter lebte schon seit längerer Zeit in Köln. Durch die Wende wurde nicht nur das geteilte Deutschland zum vereinigten Deutschland. Auch die Familie war wieder vereinigt – für Christa Polster ein unbeschreiblicher Moment. Sie ist froh, dass es den Töchtern, welche beide Lehrerinnen wurden, sehr gut geht. Jede hat ihr eigenes Häuschen und die Familie vergrößerte sich um drei Enkel und vier Urenkelkinder. Leider verstarb ihr Fritz, der stets zuverlässig, ehrlich und strebsam war, und mit dem sie Vieles verband, 1998. Christa Polster bedauert es sehr, dass es ihm nicht mehr vergönnt war, die großartigen Entwicklungswege der Enkel sowie das Vorwärtskommen der Urenkel verfolgen zu können. Sich heute mit gesundheitlichen Problemen arrangieren müssend, ist sie dennoch ein zufriedener Mensch, der versucht, aus jedem Tag das Beste zu machen. Früher betrieb sie Gymnastik und nähte und strickte nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für wohltätige Zwecke. Später trat das Lesen in den Vordergrund. Sie ist sehr dankbar, dass sie das noch kann und hofft, dass die Gesundheit soweit stabil bleibt, dass sie jedem Tag das Schöne abgewinnen kann, das mit dem ersten Morgenrot und Vogelgezwitscher seinen Lauf nehmen kann.
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