MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helga und Karl-Heinz Polster

Auf Lebenszeit zueinander halten

Helga und Karl-Heinz Polster

Kontrolleurin und Verwaltungsangestellte
Rohrwerker und Meister der Verkehrstechnologie
Böhlauer Str. 9

04779 Wermsdorf OT Calbitz

Helga und Karl-Heinz Polster lernen sich 1956 auf einer Hochzeit von Verwandten kennen und heiraten drei Jahre später. Die Ruhe und Besonnenheit des Ehemannes korrespondieren sehr gut mit der Zuverlässigkeit der Ehefrau. Die Ehe bleibt kinderlos. Beide sprechen bis heute mit Hochachtung von ihren Müttern. „Das war eine Generation von Kämpfernaturen“, meinen sie. Die Mutter arbeitet beim Bauern, während die Oma sich um die Kinder kümmert. Helga Polster wird am 1. Oktober 1934 geboren, der Vater betreibt eine eigene Schlosserei, die Mutter zieht als Hausfrau die fünf Kinder groß. Die Tochter erinnert sich trotz der Einquartierungen im Gebäude der Schule an eine sehr schöne Zeit. Ein junger Neulehrer, der sofort die Herzen der Klasse erobert, kontrolliert die Kinder auf Läusebefall und fährt mit ihnen in das Elbsandsteingebirge. Die Verpflegung für diese Reise ist selbst mitzubringen. Außerdem organisiert er einen Chor, der auf Elternabenden oder bei Veranstaltungen im Ort auftritt. Im Jahr 1949 erkrankt Helga Polster an Tbc und erledigt nach ihrer Genesung für den Vater die Buchführung. Später arbeitet sie in einer Gärtnerei in Calbitz und im Erstlings- und Kinderbekleidungswerk Oschatz – EKO. Hier erlebt sie, wie ein Großteil der Produkte in den Westen geht. Von 1965–1986 ist Helga Polster in der Busta – der Buchungsstation – der HO in Oschatz tätig, wo sie die Abrechnungen erledigt. Anschließend wechselt sie in die LPG Dahlem, deren Vorsitzender Johannes Döhler den einstigen Staats- und Parteichef Walter Ulbricht noch sehr gut aus persönlichen Erinnerungen kennt. Im Jahr 1994 geht Helga Polster in den wohlverdienten Ruhestand. Karl-Heinz Polster kommt am 15. September 1937 in Mügeln zur Welt, der Vater ist Eisenbahner und fällt noch im Januar 1945. Für die drei Kinder im Haus ist es schon sehr früh eine Selbstverständlichkeit, im Haushalt und in der Wirtschaft mitzuhelfen. Nach dem Abschluss der Schule will Karl-Heinz Polster Lokführer werden. Die Bahn sagt ab und so absolviert er ab 1951 im Stahlwerk Riesa eine zweijährige Lehre als Rohrwalzwerker, die auch eine sehr solide Ausbildung zum Schlosser mit einbezieht. Ab 1955 dient Karl-Heinz Polster bei der Grenzpolizei und geht nach den zweieinhalb Jahren ins Betonwerk Oschatz. Ab 1958 ist er Kraftfahrer für den Konsum und von 1968–1997 für den Kraftverkehr. Hier führen in die Touren durch ganz Osteuropa und die Sowjetunion. Gern und mit einem Schmunzeln denkt Karl-Heinz Polster an so manches Abenteuer zurück, das er auf seinen Touren erlebt hat. Helga und Karl-Heinz Polster sind stolz auf das Geschaffene in ihrem Leben. Sie leben gern in ihrer Heimat und würden ihr Leben immer wieder so wiederholen, wie sie es geführt haben.
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