MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dorothea Pogunke

Ein bewegtes und engagiertes Berufsleben

Dorothea Pogunke

Rettungssanitäterin und Dispatcherin
Mittweidaer Str. 98
09661 Hainichen

Dorothea Pogunke liebt es harmonisch und sie wünscht sich, stets von ehrlichen Menschen umgeben zu sein. Sie kommt am 9. Juni 1948 in Hainichen zur Welt. Der Vater ist krank aus dem Krieg zurückgekommen und arbeitet als Kraftfahrer beim Roten Kreuz und später beim Rat des Kreises. Die Mutter ist gelernte Schneiderin und muss nach der Geburt der Tochter auf Wunsch der Großmutter, die hier sehr traditionell denkt, zu Hause bleiben. Die Familie wohnt zunächst im Haus der Großeltern, Dorothea Pogunke lernt in dieser Zeit sehr viel Geborgenheit und Liebe kennen. „Ich habe mit anderen Kindern viel gespielt und in der Striegis gespielt“, erinnert sie sich an eine schöne Kindheit. Allerdings würde sie selbst heute kein fünfjähriges Kind mehr hier spielen lassen. „Vor allem die Medien schüren sehr viel Angst und Panik“, meint sie dazu. Von 1955 bis 1963 besucht Dorothea Pogunke die Eduard-Felchner-Schule in Hainichen, nicht alles macht ihr Spaß, vor allem in Mathe kommt sie gerade mal so mit. Nach der Schule entscheidet sie sich für den Beruf der Krankenschwester, das Vorbild der Großeltern und deren kirchliches Engagement beeinflussen ihre Entscheidung nachhaltig. Nach einer dreijährigen Ausbildung in der Sankt-Georg-Berufsschule in Leipzig arbeitet Dorothea Pogunke ab 1966 im Borsdorfer Diakonissenhaus. Sie heiratet 1968 ihren Mann Erhard, im selben Jahr kommt die Tochter Jaqueline zur Welt, diese erlernt den Beruf einer Bäckerin und arbeitet heute als Reinemachefrau. Der 1974 geborene Bruder Dirk ist Schichtführer im Wachdienst. Insgesamt gehören drei Enkel zur Familie, der Mann Erhard verstirbt im Jahr 2016. Nachdem die Kinder aus dem Gröbsten raus sind arbeitet Dorothea Pogunke als Produktionsarbeiterin ab 1969 in der Ringspinnerei und von 1973 bis 1985 in der Käserei Scheffler in Hainichen. Dann wechselt sie zum Roten Kreuz und ist hier bis 2000 in der Leitstelle in Schichtdienst tätig, absolviert nebenbei ab 1992 eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin und besteht mit 44 Jahren die Prüfungen für den Führerschein. In dieser Zeit lernt sie die Ignoranz und Unwissenheit vieler neuer Kollegen aus dem Westen kennen, die immer noch ihr Bild von den Ostdeutschen aus der Zeit des Kalten Krieges pflegen. Dorothea Pogunke arbeitet zunächst acht Jahre in Rochlitz und dann bis 2010 in Mittweida, Zwölf-Stunden-Schichten sind oft keine Seltenheit. Mit 63 Jahren entscheidet sie sich trotz der damit verbundenen Abzüge für die Rente und blickt mit Stolz auf ein arbeitsreiches und produktives Leben zurück. Mit Recht genießt sie so das Glück, zufrieden sein zu können. Sie wünscht sich vor allem, dass auch ihre Kinder weiterhin erfolgreich im Leben bestehen können.
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