MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz Pohlschmidt

„Vom Idioten zum lieben Gott“

Heinz Pohlschmidt

Isarstr. 32
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 613082

Der 1934 als Sohn eines Reichseisenbahners und einer Chefsekretärin geborene Heinz Pohlschmidt lernte bereits am Gymnasium, als der Vater und Oberbaurat Schmidt von der Reichsbahn ihn überzeugten diese lange Ausbildung abzubrechen und in der gewonnenen Zeit einen Beruf zu lernen. Diese Empfehlung galt vor allem auch der Planung, einer eventuellen Ingenieur-Laufbahn, die Erfolg versprechender sei, wenn zuvor Praxiserfahrung und Grundberuf erlangt werde. Heinz Pohlschmidt lernte deshalb den Maurer- und Zimmermannsberuf und schloss unmittelbar daran ein dreijähriges Studium an der Baufachschule Apolda an und beendete es als Bauingenieur. Seine politische Grundeinstellung und der Weggang des Vaters in den Westen, vereitelten den Wunsch beim Tiefbaukombinat in Berlin anzufangen. Ein Bekannter nahm ihn mit nach Dessau (1955), mit dem Ziel dort eine Arbeitsstelle für beide aufzutun. Der Nachmittagsbesuch bei dessen Familie am gleichen Tag wurde zum persönlichen Meilenstein. Heinz Pohlschmidt begegnete der 17-jährigen Dorothea, die er 1958 heiratete und mit der er indessen bereits die Goldene Hochzeit feiern konnte. Im gleichen Jahr wurde Tochter Andrea (Physiotherapeutin) geboren, 1966 Tochter Sabine (Krankenschwester). In einem Dessauer Baubetrieb nahm Heinz Pohlschmidt seine Ingenieurarbeit auf, wechselte dann ins Entwurfsbüro für Industriebau Dessau und war hier beschäftigt mit Tiefbau-Statik, später mit Konstruktion und Entwurfsbearbeitung. Die eigene Karriere hätte er mit dem Beitritt zur Partei beschleunigen können, doch das wollte er nicht, erzählt er. So fand er sich künftig immer in Vertreter-Funktionen wieder, statt in den führenden Positionen. In den Bereich Außenwirtschaft berufen, war er für Auslandsvorhaben zuständig, die ihn bis nach Syrien führten. „Vom Idioten zum lieben Gott“ wurde er mit einem Neuerervorschlag für den Bereich Baustofftechnologie, der in erster Instanz als völlig unnütz abgetan und später durch Einflussnahme des späteren Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Horst Sindermann (damals noch im Bezirk Halle tätig), aufgenommen und als Bahn brechende Idee realisiert wurde, die der DDR umfassende Einsparungen von ca. 8 Millionen Mark ermöglichte. Die höchst mögliche Prämierung für diesen Vorschlag erlaubte Heinz Pohlschmidt den Kauf seines Hauses. Als die Wende kam, war er gerade im arabischen Raum aktiv, betreute danach noch ein Projekt in Berlin und erlebte den Niedergang der Firma, in der er beschäftigt war. Er blieb vorerst zu Hause, obwohl es mehrfach Stellenvorschläge aus den alten Bundesländern gab. Mit einem Anfängergehalt wollte er sich nicht abspeisen lassen. Erst später nahm er ein Angebot an als Dozent im Bereich Erwachsenenqualifizierung zu arbeiten, verbrachte damit noch einige Jahre. Seither kümmert er sich nur noch um Familie, Haus und Hund (der Tochter) und führt, so sagt er lächelnd „ein verhältnismäßig unaufgeregtes Leben.“ Die Pohlschmidts sind stolz auf ihre Töchter und freuen sich über die Entwicklung der beiden Enkelkinder und des Urenkelchens.
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