MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Ulrich Plettner
Für „wir“ statt „ich“
Fischereiweg 8
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 613415
E-Mail: uli.plettner(at)web.de
Mit seinem „3. Geburtstag“ 1989 wurde der gebürtige Dresdener Dr. Ulrich Plettner Dessauer. Geboren am 2. Juni 1937 überlebte er den Luftangriff vom 13./14. Februar 1945 in Dresdens Altstadt, in der ca. 80.000 Menschen ums Leben kamen. Auf der anschließenden Flucht gelangte die 7-köpfige Familie über Gerbstedt, Köthen nach Dessau, wo der Vater als Chirurg Unterkunft und Essen für die Familie fand und in der Nachfolge eines Flüchtlings Chefarzt für Chirurgie am Diakonissenkrankenhaus wurde. Auf diesen Posten konnte sein Sohn 1972 folgen, und ihn bis 2003 ausfüllen. Danach wandte er sich nur noch ehrenamtlichen Tätigkeiten zu, erfüllt von Dankbarkeit zu seinem dritten Geburtstag – der Wiederherstellung der deutschen Einheit! Er wurde Stadtrat über 20 Jahre, gründete den „Freundeskreis des Theaters“ (1994), eine „Theater-Stiftung“ (2004), einen Freundeskreis der ADA“ (Anhaltische Diakonissenanstalt) 1994 mit einem „Klinischen Ethikkomitee“ (2003) und einen „Förderverein Mausoleum“ (2007). 2000 nahm er an der Gründung der „Kurt-Weill-Gesellschaft“ teil und konnte 2007 die Dessauer „Goethe-Gesellschaft“ vor der Schließung bewahren, die jetzt 90-jähriges Bestehen feiert. Für dies kulturelle Engagement verlieh ihm MR Prof. W. Böhmer 2008 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. 2012 gründete er gemeinsam mit zwei Theologen den „Christlich-Jüdischen Gesprächskreis“ (CJG) mit dem zusammen es ihm ein ganz besonderes Ereignis wäre, den Wiederaufbau einer Neuen Synagoge am alten Ort zu erleben.
Frau Dr. Marlene Plettner begann ihre berufliche Laufbahn als Allgemeinmedizinerin zu einer Zeit, als Kinderheilkunde noch hier angesiedelt war und erlebte eine sehr eigenständige und abwechslungsreiche Zeit im Beruf. Die Facharztausbildung für Betriebsmedizin qualifizierte sie als Betriebsärztin zu arbeiten, was sie im Institut für Impfstoffe Dessau bis zur Wende tat. Am 01.12.1989 eröffnete sie in den angestammten Räumen ihre private Praxis, wirkte hier bis 1998 weiter. So wurde die Wende mit ihren Chancen und Möglichkeiten zum positivsten Ereignis – nach der eigenen Hochzeit – in der Familiengeschichte, wie die beiden Mediziner bekennen. Innerhalb von 24 Stunden besuchten sie ihre Angehörigen, die zuvor über Ungarn die DDR verlassen hatten, in Westberlin. Ein Moment der Entspannung und unendlichen Freude war es, als das zweijährige Enkelkind ihnen entgegenlief, von dem sie zuvor nicht gewusst hatten, ob sie es jemals wieder sehen könnten. Heute ist das kein Problem mehr, denn Tochter Gabriele (Physiotherapeutin) und Tochter Christina (Heilpädagogin) leben in Berlin und Sohn Thomas (Chirurg) in Halle.