MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Jürgen Plaster
Wer bin ich?
Schlosser
Georgstr. 12
07422 Bad Blankenburg
Fon: 036741 / 2813
Eine Frage, die Hans-Jürgen Plaster das ganze Leben begleitet hat. Geboren am 09.10.1945 in Rudolstadt, lernte er seine Eltern nie kennen. Als Vollwaise geführt, wurde er in seiner Kinder- und Jugendzeit in unterschiedlichen Pflegefamilien herumgereicht, ohne das es zur Adoption kam. Schon zu DDR- Zeiten versuchte er seine genaue Herkunft zu klären. Auch nach der Wende ergaben sich wenig neue Erkenntnisse. Hans-Jürgen Plaster fand lediglich heraus, dass er keine Vollwaise war. Seine Mutter verstarb Ende der 70er Jahre in Westberlin und es gibt noch eine Schwester. Doch die konnte bisher auch kaum Licht in das Dunkel bringen. „Mein Fall bleibt weiterhin dubios“, sagt er. Seine Schulbildung erfolgte an einer Polytechnischen Oberschule in Rudolstadt. Nach Abschluss der 10.Klasse absolvierte er eine Lehre zum Schlosser im Chemiefaserkombinat „Wilhelm Pieck“ Schwarza. Anschließend verließ Hans-Jürgen Plaster seine Heimatstadt und zog nach Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, um im dortigen Chemiefaserwerk bis Ende 1969 als Schlosser im Schichtbetrieb zu arbeiten. In diese Zeit fiel auch der Wehrdienst bei den Grenztruppen der DDR nahe Berlin. Als Kind träumte er davon, einmal zur See zu fahren. Als sich dazu Ende der sechziger Jahre die Gelegenheit bot, wechselte er in das Fischkombinat Rostock und wurde dort als Mechaniker für Fischverarbeitungsmaschinen auf See eingesetzt. Drei Jahre fuhr er nun auf dem Transport- und Verarbeitungsschiff „Junge Welt“ über die Meere. Dann musste er aus ihm nicht bekannten Gründen quasi „über Nacht“ sein Seefahrtsbuch abgeben und sollte nur noch an Land eingesetzt werden. Er ging zurück in seinen damaligen Wohnort Guben und arbeitete noch einige Jahre in der Maschinenfabrik als Bohrwerksdreher. Aus familiären Gründen zog Hans-Jürgen Plaster Mitte der 70er Jahre wieder nach Thüringen und nahm eine Tätigkeit im Bau- und Montagekombinat (BMK) Erfurt als Schlosser und Vorarbeiter auf. Dieser Betrieb delegierte ihn später zum VEB Industriemontagen (IMO) Leipzig, wo er als Monteur im Auslandseinsatz arbeitete. Ursprünglich vorgesehen für den Irak, kam es dann aber zur Tätigkeit in der BRD. Auch hier erfolgte ein abrupter Abbruch des Einsatzes. Aus seiner Stasiakte erfuhr er erst nach der Wende, dass ihm durch Denunziation unterstellt wurde, die DDR verlassen zu wollen. Damals gab es jedoch gegen ihn keine weiteren Ermittlungen. Hans-Jürgen Plaster wurde ins BMK zurückgeschickt und arbeitete dort noch bis März 1991. Dann kündigte er, da weiterer Personalabbau in der Firma zu erwarten war und nutzte ein Arbeitsangebot als Leiter für Werkstatt und Bauhof einer Bauunternehmung in Bad Blankenburg. Nach über zehn Jahren war dann plötzlich Schluss, da das Unternehmen in Insolvenz ging. Nun traf auch Hans-Jürgen Plaster kurzzeitig die Arbeitslosigkeit. Es folgten verschiedene Qualifizierungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM). Im Frühjahr 2006 fand er durch einen ehemaligen Schulfreund bei den Störtebeker- Festspielen in Ralswiek auf Rügen eine neue Tätigkeit als Mitarbeiter für Bühnenbau und Requisite. Mit 65 Jahren ging er als Regelaltersrentner in den Ruhestand. Da ihm die Arbeit in der besonderen Atmosphäre einer Naturbühne jedoch viel Spaß machte, ist er bis heute immer noch für drei Monate vor Spielbeginn dort tätig. Hans-Jürgen Plaster ist seit 1982 glücklich mit seiner ehemaligen Schulfreundin Herta, einer gelernten Wirtschaftskauffrau, verheiratet. Gemeinsam sind beide gern mit ihrem Wohnmobil auf Reisen. Darüber hinaus beschäftigt er sich in seiner Freizeit besonders mit Angeln und Mineralogie. Sein größter Wunsch ist jedoch, noch möglichst lange gesund am Leben teilzunehmen.