MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Poch
Topspin mit Seitenschnitt…
Tischtennisspieler seit 40 Jahren
09648 Mittweida
…bezeichnet eine Schlagtechnik im Tischtennis. Der Ball werde mit einer tangentialen Schlägerbewegung gestreift, erklärt Dieter Poch.
Der gebürtige Tanneberger weiß, wovon er spricht. Seit 40 Jahren betreibt er einen anspruchsvollen Sport, bei dem man viele Techniken und Schlagarten beherrschen muss.
Dieter Poch hat Dachdecker gelernt. Nach der Lehre fand er in einer kleinen privaten Firma seine erste und letzte Anstellung. Denn er blieb dort bis zur Rente. Er sei sehr gern arbeiten gegangen, sagt er. Weil es Spaß gemacht habe.
1970 gründet Dieter Poch in Tanneberg die Sportgemeinschaft Tischtennis. Vor allem zur Absicherung der Spieler. Vorher habe man „wild“ gespielt, meint er. „Mit 16 Leuten fingen wir an. Ende der 80er zählten wir 99 Mitglieder.“
Bis heute ist Dieter Poch aktiv in den Spielbetrieb eingebunden. In der dritten Mannschaft. In der ersten hatte er es bis zur Bezirksliga geschafft.
17 Jahre war Dieter Poch Vorsitzender der Tanneberger Sportgemeinschaft. Genauso lange auch Übungsleiter. Mit der „Stufe 3“ besaß er die nötige Qualifikation.
Dieter Poch trainierte vor allem die jungen Leute. Mit Erfolg, wie die Platzierungen bei Bezirksmeisterschaften belegen. Eines „seiner Mädels“ erreichte sogar die Sonderklasse, die höchste, die in der DDR gespielt wurde.
Viele Wochenenden war Dieter Poch für den Sport unterwegs. Seine Frau Rosemarie, ebenfalls eine Tischtennisspielerin, hielt ihm dafür „immer den Rücken frei“.
„Unser Domizil war ein alter Gasthof“, erzählt Dieter Poch. „ In Eigenregie haben wir eine Heizung eingebaut. Um sie zu finanzieren, sammelten wir Altpapier, Flaschen und Schrott.“
Nach der Wende wurde der Gasthof verkauft, die Spieler mussten raus. 2004 zogen sie dann in „Klingers-Gasthof“.
Er arbeite jetzt „nur noch“ im Vorstand mit, bemerkt Dieter Poch. Doch wenn er gebraucht werde, mache er auch den Übungsleiter oder er fahre die Truppe.
Der Landessportbund Sachsen würdigte Dieter Pochs Engagement mit der Ehrennadel in Gold. Mit der Ehrenmedaille in Bronze und Silber zeichnete ihn der Deutsche Tischtennis-Verband aus.
Die Pochs sind eine sportliche Familie. Auch die Tochter hatte sich für den Sport der Eltern entschieden und war Bezirksmeisterin geworden. Eine Enkelin dagegen ist Leichtathletin. Zu ihren Wettkämpfen wird sie oft vom Großvater gefahren.
Dass er mit seiner Frau viel geschafft habe, erfülle ihn mit Genugtuung, so der 69jährige. Er habe deshalb nur den einen Wunsch, alle mögen gesund bleiben….