MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christine und Gert Piltz
Gesundheit und Zufriedenheit bedeuten für sie Glück
Buntweberin
Klempner
Oschatzer Str. 21
04749 Ostrau
Sie sind zwei ganz zufriedene Menschen und stolz auf ihre Familie und ihr gemeinsames Leben. Christine und Gert Piltz haben 1986 geheiratet und sie wohnen im sächsischen Ostrau, wo Gert Piltz 1940 zur Welt kam und die Schulbank drückte. Nach seiner Schulzeit von 1946-1954 lernte der Sohn, der in der Landwirtschaft mit noch zwei Geschwistern aufwuchs und beizeiten mit zufassen musste (der Vater war im Zweiten Weltkrieg gefallen), den Klempnerberuf. Seine Ausbildung absolvierte Gert Piltz von 1954–1957 bei der Firma Seidel Jahna und war 1958–1965 bei der Firma Schneid Ostrau tätig. Aus gesundheitlichen Gründen sattelte er auf Empfehlung seines Arztes beizeiten um zum Kraftfahrer. 1965 fing der versierte Handwerker im Ambulatorium als Fahrer an und blieb dort immerhin 23 Jahre lang. Der Job am Steuer führte ihn auch nachts, an den Wochenenden und feiertags zu ärztlichen Hausbesuchen über Land. Das zehrte und war auf Dauer kein Zuckerschlecken. 1988 stieg Gert Piltz bei Jahnatal Gemüse als Lagerleiter ein. Er hatte nun in einer Holzwerkstatt geregeltere Arbeitszeiten und vor allem keine Nachtdienste mehr. Das war ihm sehr wichtig für mehr Lebensqualität. 1990 wurde der „Laden“ geschlossen und mit der Wende begann für den gelernten Klempner zum ersten Mal die Arbeitslosigkeit. Nach einem halben Jahr „Zwangspause“ fand Gert Piltz eine Anstellung bei einer privaten Heizungsfirma aus dem Westen. Drei Jahre gab es dort für ihn gut zu tun, dann folgte wieder eine Zeit ohne Job, bis er erneut gebraucht wurde und diesmal für ein knappes Jahr in den Westen ging. Mit 60 Jahren trat Gert Piltz, dessen größte persönliche Stärke sein handwerkliches Können ist, in die Rente. Er liest gern und unterstützt ehrenamtlich den Verein Kulturdenkmal Wilder Mann e.V. Mit seiner Frau Christine ist er seit 1986 verheiratet. Sie brachte zwei Söhne im Alter von neunzehn und sieben Jahren mit in die Ehe. Der ältere Sohn Erik ging seinen eigenen Weg und gründete selbst eine Familie. Kurze Zeit später wurde das erste Enkelkind geboren. Am 1. Januar 2000 war die Familie dann komplett. Es kam ein Mädchen zur Welt – ein sogenanntes Millenium-Baby. Nun hatten die Piltzes zwei Enkelkinder. Der jüngere Sohn lebte von der Einschulung bis zum Schulabschluss bei seinen Eltern im neuerbauten Haus. Mit Beginn der Lehre zog er in die alten Bundesländer und ging erfolgreich seinen Weg: Lehre, Facharbeiter, Bund, Studium und nur auf sich gestellt. Die Eltern waren ja weit weg. Er hat alles mit Bravour bestanden und ist heute erfolgreich in seinem Beruf als Ingenieur für Haus- und Sanitärtechnik. 2008 heiratete er. 2011 kam das dritte Enkelkind der Familie Piltz zur Welt. Christine wurde 1948 in Döbeln als zweites Kind ihrer Eltern geboren. Drei weitere Kinder folgten, es waren alle Jungs. Christine schaut auf eine schöne Kindheit zurück, auch wenn sie die beiden Kleinen oft betreuen musste, da die Mutter berufstätig war. „Meine Freundinnen fuhren mit dem Puppenwagen und ich eben meine Brüder, denn die waren zehn und acht Jahre jünger als ich“ berichtet sie davon. Nach der Schulzeit begann sie eine Lehre als Buntweberin. Ein Jahr Arbeitszeit folgte, dann kam ihr erster Sohn zur Welt. Sie blieb ein Jahr zu Hause und fing 1970 in der Kreispoliklinik Döbeln an: Erst im Zahntechnischen Labor und ab 1973 in der Zentralen Anmeldung der Poliklinik. Hier war sie bis zur Schließung 1991 tätig. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wurde sie als Reinigungskraft in einer Fensterfirma tätig. Lange Krankheit mündete schließlich in die Rente mit 60 Jahren. Christine Piltz denkt gerne an ihre Kinder- und Jugendzeit zurück. Sie verlebte schöne Stunden im Dorf-Club der Gemeinde. Die jährlichen Treffen mit den ehemaligen Kollegen der Poliklinik gehören ebenso zu ihren lieb gewordenen Erinnerungen.