MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Beate Pietschker
Powerfrau mit nicht versiegendem Energiereservoir
Pädagogin i. R.
Johann-Rust-Str. 8
06406 Bernburg
Fon: 03471 / 333227
Beate Pietschker, geboren am 10.01.1938 in Brucke bei Könnern, ist eine Powerfrau, die selbst im achten Lebensjahrzehnt noch über ein nicht versiegendes Energiereservoire verfügt. Lebenslange Körperertüchtigung bildet die Basis und sie hat sich bis heute Träume bewahrt. Zurzeit lebt der Wunsch in ihr, eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn zu unternehmen, wobei die reine Touristenvariante für sie niemals in Frage käme.
Mit Schulbeginn kam sie vorübergehend zu den Großeltern, auf deren Bauernhof sie mit vielen Tieren in der Nachkriegszeit gut aufwachsen konnte. Beate Pietschker plaudert von einer fantastischen Kindheit und fügt an: „Mein Großvater war ein Traum.“ Er gewährte viel Freiheit, konnte wunderbar Geschichten erzählen und übte mit ihr am Klavier. Zurück bei ihren Eltern, die zwischenzeitlich im Mansfelder Land lebten, besuchte sie dort sechs Jahre die Schule und als Umzug nach Brucke zurückführte, erlangte sie ihren Abschluss in Rothenburg.
Zum Besuch der Erweiterten Oberschule inklusive Internatsunterbringung in Droißig durchlebte sie eine bereichernde Zeit, fand die Pakete aus der Heimat mit Äpfeln, Eiern und hausschlachtener Wurst sensationell und gibt der heutigen Jugend gern den Rat, auch einmal ein gewisse Zeit außerhalb des Zuhauses Erfahrungswerte zu sammeln.
Nach dem Abitur verwirklichte sich ihr Verlangen nach einem Biologiestudium nicht, doch als angehende Pädagogin gelenkt in die Fächerkombination Geschichte und Körpererziehung, wurde sie in ihrem Beruf trotzdem sehr glücklich. Ein erster Arbeitsplatz wurde ihr in Baalberge zugewiesen. Während fünfjähriger Tätigkeit lernte sie ihren Mann, einen Bernburger, kennen und heiratete ihn 1964. Erst ein Jahr später, nach Geburt ihrer Tochter, Anke, wurde ihrem Antrag, nach Bernburg zu ziehen, stattgegeben, doch ihr Mann kam zur Armee. Nach Dienstende war er Vater zweier Kinder – Sohn Arne war geboren worden – und fühlte sich überfordert. 1969 war die Ehe am Ende. Beate Pietschker bekam große Unterstützung von den Eltern und Schwiegereltern und musste als alleinerziehende, berufstätige Mutter dennoch eine harte Zeit meistern.
30 Jahre war sie an der Goetheschule beschäftigt, fungierte bis zum 50sten Lebensjahr als stellvertretende Direktorin, durfte Auszeichnungen sowie die Ernennung zur Oberlehrerin entgegen nehmen, überstand die Wendezeit relativ komplikationslos und nahm sich stets auch Kindern an, denen es nicht so gut ging. Sie war eben gern Lehrerin.
Ihr Glück ist die Familie mit drei Enkelkindern. Eine zweite Ehe ergab sich nie, doch als Rentnerin lernte sie einen sehr netten Mann kennen. Die Wohnungen bleiben getrennt, aber häufige gemeinsame Unternehmungen wurden zum Lebenselixier einer Powerfrau mit nicht versiegendem Energiereservoir.