MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roselinde und Kurt Pippel

Bauer werden wollte er nie

Roselinde und Kurt Pippel

Teichstr. 4
06667 Weißenfels OT Reichardtswerben
Fon: 03443 / 279124

Beider Leben verlief sehr ausgefallen, mal hart, mal freudig und war von Ehrgeiz, doch ebenso von Humor begleitet. Ohne ein wenig Heiterkeit hätten Roselinde und Kurt Pippel allen Herausforderungen gar nicht standhalten können. Roselinde Pippel, 1934 in Leiha geboren, wuchs in landwirtschaftlich geprägtem Elternhaus auf. Später besuchte sie die landwirtschaftliche Berufsschule und arbeitete auf dem elterlichen Hof. Der Vater verstarb früh. Nun war es noch unabdingbarer, sich um ihren jüngeren Bruder zu kümmern und die Mutter auf dem Hof zu entlasten. Allerdings hatte sie ihren Kurt schon kennen gelernt und vier Söhnen das Leben geschenkt. 10 Jahre lebte das Paar in wilder Ehe und die Jungs sahen ihren Vater nur am Wochenende. Erst nach einer Dekade zog Roselinde Pippel zu ihrem Kurt nach Reichardtswerben, wo ein fünfter Sohn das Licht der Welt erblickte. Dennoch arbeitete die junge Mutter. Und nicht nur dies. Sie machte nebenbei ihren Facharbeiterabschluss, ebenso den Abschluss als Meister der Rinderzucht. Früher wäre sie gern Säuglingsschwester geworden. Nun scherzt Kurt Pippel: „Nun war meine Frau eben Hebamme für Kälbchen.“ Als Lehrausbilderin gab sie ihr Wissen auch an Lehrlinge weiter. Kurt Pippel wurde 1925 in Reichardtswerben geboren, wuchs auf dem elterlichen Hof auf, wollte jedoch niemals Bauer werden. Im Zeichnen hatte er immer die Note eins und absolvierte eine Lehre zum technischen Zeichner. Gebeten, an einem Wettbewerb teilzunehmen, entwickelte er die Zeichnungen für ein Landschulhaus und wurde sofort Reichssieger. Eingezogen zur Wehrmacht, wurde ihm auch dort das Zeichnen von kriegsbedingten Plänen überantwortet. In Jugoslawien in Gefangenschaft geraten, ist sicher, diese schwere Zeit nur dank des Zeichnens überstanden zu haben. 1948 in die Heimat entlassen, unterstützte er den Vater bei Hofarbeiten. Um seinem Bruder ein Studium zu ermöglichen, verzichtete er auf die eigene Karriere. So wurde Kurt Pippel doch noch Bauer und lernte seinen Beruf lieben. Doch auch er bildete sich weiter. Seit 1961 in der LPG, wurde er Leiter der Tierproduktion und gehörte ehrenamtlich dem Vorstand der Molkereigenossenschaft an. Nebenbei machte er die Abschlüsse als Feldbaumeister, als staatlich geprüfter Landwirt, als Agraringenieur sowie als technischer Besamer. Seit langem schon Pensionär, hat Kurt Pippel dem Zeichen nie abgeschworen. Zu Ehrentagen von Bekannten bemalt er u. a. Sektflaschen mit Gold- und Silberfarben. Größtes Engagement gilt jedoch dem Diorama zur Schlacht bei Roßbach. Dafür erhielt Kurt Pippel unzählige Auszeichnungen, führt noch mit 90 Jahren durch das Ausstellungsgelände und wird mit Lob überhäuft. 2014 feierten Pippels Diamantene Hochzeit. Jeder Sohn ließ sich Großartiges dazu einfallen und eine großartige Ehe glitt in eine neue Etappe.
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