MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johann Christian Piering

Seit 1795

Johann Christian Piering

Pechsiederei Piering
08233 Treuen-Eich
Internet: www.pechpiering.de

Eine solch lange Firmentradition ist selten, sehr selten, genauso selten wie das Metier, die Pechsiederei. Seit 1795 betreiben Mitglieder der Familie Piering dieses Handwerk im vogtländischen Eich, manche geschichtliche Wirren überdauernd. Aus der einheimischen Fichte wurde das Harz gewonnen, das als Rohmaterial in der Siederei verarbeitet wurde und u. a. als Brauereipech für Bierfässer verwendet wurde, was sich auf den Geschmack positiv auswirkte. Seit etwa 1880 wurde die Kiefer als Rohstoffquelle für Kolophonium erschlossen, das in der Papier-, Gummi-, Farben- und Klebstoffindustrie zum Einsatz kam. Ab Mitte der 30er Jahre wurde auch in Eich destilliert. Die Gewinnung dieses Kiefernrohbalsams wurde in der DDR besonders intensiv betrieben, um Importe zu minimieren. Diese wirtschaftliche Bedeutung führte dazu, dass der Betrieb, der seit 1795 in privater und 1928 in Georg Pierings Hand war, 1956 Staatsbeteiligung erhielt und aus dem Einzelunternehmer der Komplementär Georg Piering wurde. Am 10.04.1972 erfolgte dann die endgültige Umwandlung in den VEB Pechsiederei Eich, dessen Technischer Leiter nun Georg Piering bis zu seinem Tod 1975 wurde. Der Betrieb war in der DDR Alleinhersteller für Kolophonium. Eine Art "Familienunternehmen" blieb er trotzdem, denn die Söhne des einstigen Inhabers gingen beruflich gleiche Wege wie der Vater. Johann Christian Piering, am 07.02.1942 in Zwickau geboren, trat nach dem Abitur in Auerbach, Armeedienst und Studium an der Technischen Universität (TU) Dresden als diplomierter Chemiker 1967 in die elterliche Firma ein, wurde 1972 zum Betriebsdirektor berufen. Bruder Jürgen Christoph Piering kam 1978 in den Betrieb. 1990, nach dreijähriger Verhandlung mit der Treuhand, gelang die Reprivatisierung der Firma. Für die Pechsiederei J. C. Piering GmbH waren allerdings neue Wege erforderlich, denn die Harzgewinnung war 1990 in der DDR eingestellt worden. Die produzierten Peche finden heute Absatz im Brauereihandwerk, bei Hausbrauern, bei Sattlern und Schustern, aber auch in anderen Wirtschaftszweigen, wie Metallverarbeitende Industrie, in der Gießereitechnik und der optischen Industrie. Ergänzend hat die Firma Arbeiten als Schrott- und Containerdienst übernommen. Zusätzlich wurde das eigenständige Unternehmen MV J.C. Piering e. K. gegründet, die sich mit dem Mineralölvertrieb beschäftigt und Heizöl, Diesel, Schmierstoffe und Zubehör vertreibt. Ob Johann Christian Piering die Tradition weitergeben kann, ist bei drei Töchtern und zwei Enkelinnen nicht ausgemacht, zumindest in Buchform möchte (sollte) er das Vermächtnis bewahren. Dass zur Familien- und Heimattradition auch das Engagement als Bürger von Eich gehört, versteht sich wohl von selbst. Die aktive Zeit in der Freiwilligen Feuerwehr und heute die Mitgliedschaft im Feuerwehrverein, geben davon Zeugnis. Mit seiner Frau Ingrid (Heirat 1970) ist er in der vogtländischen Heimat fest verwurzelt.
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