MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Pfeiffer
Was du ererbt von deinen Vätern …
Landwirt
08371 Glauchau
…, erwirb es, um es zu besitzen. Nicht mit Geld – nein, das meinte Friedrich Schiller sicher nicht, als er Wilhelm Tell diese Worte in den Mund gelegt hat. Es war die Art und Weise, wie man mit Erbe umgeht, die der Dichter im Auge hatte, das Bewahren von Altüberkommenem, die Liebe zur Tradition, das behutsame Weiterreichen von Erfahrungen, aber auch die Bereitschaft, neues Wissen aufzunehmen und in die Tat umzusetzen. Seit dem Tod des Sohnes beschäftigen auch Peter Pfeifer solche Gedanken. Noch immer trägt er schmerzvoll am Verlust seines Kindes. Aber der heranwachsende Enkel zeigt Liebe zur Natur, interessiert sich sehr für die Tiere, für die Äcker.
Im ersten Monat des Jahres 1950 ist Peter in Stangendorf geboren worden. In Rothenbach, das heute zu Glauchau gehört, besuchte er acht Klassen der Grundschule. Er nahm dann eine Lehre in der Landwirtschaft auf, mit Schwerpunkt Agrartechnik. Damit trat Peter in die Fußspuren seiner Eltern, die einen Landwirtschaftsbetrieb besaßen. Allerdings hatten sie diesen schon 1960 zum großen Teil in die LPG einbringen müssen. Bis 1973 arbeitete Peter Pfeifer dann in der LPG als Traktorist und LKW-Fahrer, ehe er im November des gleichen Jahres für 18 Monate zur Volksarmee ging, um seiner Wehrpflicht zu genügen. Anschließend war er im Reifenservice einer privaten Firma tätig. Ab 1984 übernahm der Mittdreißiger den Hof seiner Eltern und ging zurück in die LPG. Nur wer zur LPG gehörte, kam preisgünstig an Futtergetreide und Schrot.
Fünf Jahre nach der Wende wurde die Landwirtschaft für Peter Pfeifer zum Haupterwerb. Er hatte den Hof seiner Eltern zurückbekommen. 75 Hektar Land und etliches Vieh gehörten ihm. Einen neuen Stall für 150 Rinder hatte Peter Pfeifer 1998 begonnen zu bauen. Er setzte seinen ganzen Stolz darein, keinen Kredit aufzunehmen, sondern alles aus eigener Kraft zu schaffen. Tatkräftig wurde er dabei von seinem älteren Sohn Andre und Sohn Daniel unterstützt, beide lernten später auf einer höheren Landwirtschaftsschule um. In die Hände seiner Erben wollte Peter Pfeifer einen perfekten Betrieb übergeben, der für die ganze Familie eine wohlhabende Existenz sicherte. 1975 hatte er seine Birgit geheiratet und gemeinsam mit ihr zwei Söhne erzogen.
2001 wurde das Elternpaar von einem schlimmen Schicksalsschlag getroffen. Sohn Andre verunglückte tödlich.
Durch eine Sonderregelung ging der Bauer mit 56 Jahren in den Vorruhestand und verpachtete den Hof für 10 Jahre. Dann wird Enkel Kevin volljährig sein und kann sich entscheiden, ob er den Hof weiterführen will.