MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. Roland Pfestorf
In der Wissenschaft und mit Katzen Erfüllung gefunden
Hünerfeldstr. 10
04288 Leipzig
Fon: 034297 / 86301
Der Wissenschaftler Professor Dr. Roland Pfestorf und seine Frau Elke sind seit 1984 miteinander verheiratet. Den 1968 geborenen Sohn Wolfgang Werner hat die Frau mit in die Ehe gebracht.
„Mein Familienname kommt aus Thüringen und rührt von meinen Vorfahren her, die im Büchsenmacherhandwerk tätig waren“, erläutert Roland Pfestorf seine Herkunft. Schon als Kind und als Jugendlicher gilt er als ein sehr exakter Mensch. Er wird 1941 geboren, wächst in Taucha bei Leipzig auf und schließt 1959 die Schule mit dem Abitur ab. Der Vater stirbt als Soldat im Zweiten Weltkrieg sehr jung an Fleckfieber, die Mutter wird 95 Jahre alt. Schon sehr früh steht für Roland Pfestorf fest, dass er einmal Chemiker werden will. Er kann nach dem Abitur 1959 ein Studium an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig aufnehmen, dass er 1964 mit guten Ergebnissen abschließt. Fünf Jahre später verteidigt er seine Promotion und legt 1984 seine Habilitation vor.
Bis 1994 arbeitet er am Wilhelm-Ostwald-Institut, lehrt und forscht auf dem Gebiet der physikalischen Chemie. Während der politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen nach 1989 wählen ihn die Kollegen zum ersten Personalratsvorsitzenden des Hochschulbereiches der Universität und als Mitglied des Hauptpersonalrates beim Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Dresden. „Das war für mich eine sehr harte, aber auch bewegende Zeit, ich war danach buchstäblich am Boden“, erinnert sich Roland Pfestorf an eine Zeit, in der er Entscheidungen über die notwendige Reduzierung von Personal auch gegen die eigenen Kollegen vertreten muss. Als ein sehr diffiziles Thema erweist sich die Tätigkeit einiger Kollegen für die Stasi. „Ich stehe auch zu den Fehlentscheidungen, die ich mit meinen PR-Kollegen in dieser Frage in einer damals sehr aufgeheizten Atmosphäre getroffen habe“, meint Roland Pfestorf. Außerdem lernt er in dieser Zeit zum ersten Mal den Begriff „Feindliche Gewerkschaft“ kennen.
Im Jahr 1994 erhält er einen Ruf als Professor für Chemie / Physikalische Chemie an die HWK Leipzig, unterrichtet hier Energietechniker, Bauingenieure und Maschinenbauer und ist weiterhin in der Forschung tätig. Bis heute hat er rund 100 Publikationen veröffentlicht und unterstützt später die Deutsch-russischen Seminare. Zu den russischen Teilnehmern von einst pflegt Roland Pfestorf bis heute sehr gute Beziehungen. So feierte er seinen 73. Geburtstag in St. Petersburg mit Kollegen aus dieser Zeit, bei russischer Musik und russischen Speisen. Auch als parteiloser Wissenschaftler erhält er mehrere Ehrungen und Auszeichnungen und schließlich die „Caspar-Borner-Medaille“ seiner Heimatuniversität Leipzig. Nach einem parteigestütztem Angebot geht er 1974 in die Kampfgruppe, um der Einberufung zum Wehrdienst zu entgehen. Der Wissenschaftler ist ein leidenschaftlicher Liebhaber von Katzen, hat selbst Katzen gehalten und bis 2011 im örtlichen Katzenverein als Schatzmeister gearbeitet. Noch immer streichelt er sehr gern die eigenen und fremde Katzen. Das Reisen, u. a. nach Indien und Bhutan gehört ebenfalls zu seinen Hobbys.
Zurzeit sitzt Roland Pfestorf in seinem Garten und genießt den Spätsommer. Er hofft auf einen guten Ausgang der bevorstehenden Operation, der er sich wegen eines Krebsleidens unterziehen muss, so dass er danach noch einige schöne Jahre an der Seite seiner Frau und mit netten und ehrlichen Freunden verbringen kann.