MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rita und Hans-Jürgen Pfitzner
Die eigene Kraft
Rentner
01809 Dohna
Das mit eigener Kraft erbaute Haus, ein ungeachtet von Widrigkeiten engagiertes Berufsleben, geteilte Freude, getragenes Leid – es ist viel Gemeinsames im Leben des Ehepaars Pfitzner.
Rita Pfitzner, 1943 in Dohna geboren, war als eines von neun Geschwistern im benachbarten Heidenau aufgewachsen, die Grundschule verließ sie 1957 bereits nach der 7. Klasse. 1957–1959 wurde sie als Maschinen- und Apparatefahrerin beim VEB Sächsisches Kunstseidenwerk angelernt, arbeitete dann bis Heirat 1962 und Geburt des Sohnes Andreas in der Cordzwirnerei. Als sich ein Kindergartenplatz fand, begann sie in der Papierfabrik Heidenau im Vier-Schicht-System. Sie konnte auf der Abendschule den Abschluss der 10. Klasse nachholen, bildete sich zur Köchin und Kantinenleiterin weiter. Über 22 Jahre bis zur Umstrukturierung der Industrielandschaft 1990 war sie als Gruppenleiterin "Innere Verwaltung" des Chemie- und Pilotanlagen Heidenau für die Bereiche Küche und Reinigung verantwortlich. Nach einer Qualifizierung im logistischen Bereich konnte sie in München für eine Transportfirma als Versandmitarbeiterin tätig werden, nun von Heim, Ehemann, Familie für ganze Wochen getrennt. Als die Firma in Insolvenz ging, wurde eine Modefirma in München ihr Arbeitgeber. 2006 war sie Rentnerin und endlich wieder daheim.
Hans-Jürgen Pfitzner kam im niederschlesischen Looswitz (Kreis Bunzlau) 1941 zur Welt. Nach dem Krieg wurde die Familie in Heidenau ansässig, wo er die Schule bis zur 8. Klasse (Abschluss 1955) besuchte. In der Heidenauer Papierfabrik wurde er zum Papiermacher ausgebildet (1955–1958). Dann warben ihn die bewaffneten Organe der DDR (Grenzpolizei an der Küste), er entwickelte sich zum Funkoffizier und war als solcher bis 1963 beim Stab der Nationalen Volksarmee in Berlin eingesetzt. Nach dem Ausscheiden aus dem Armeedienst arbeitete er 1964–1984 für das Ministerium des Innern in Dresden und danach in leitender Funktion beim Rat der Stadt Heidenau und das Rates des Kreises Pirna. Mit den Veränderungen des politischen Systems 1989/90 ließ er sich zum Bausparkassen- und Versicherungsfachmann umschulen, war nun viel im Außendienst unterwegs, hielt die Stellung im gemeinsamen Haus und besuchte, wann immer es möglich war, seine Frau in München. Ab 2004 übernahm er Nachtdienste im Wach- und Versicherungsgewerbe in Einrichtungen Dresdens, bis Gesundheit und Alter ab 2006 zu ruhigeren Zeiten zwangen.