MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Franziska Piekarek
Der Unterschied zwischen Vorstellung und Sein
Inhaberin trend zoocenter Köthen
Langenfelder Str. 25 f–g
06366 Köthen
Fon: 03496 / 508840
E-Mail: zoo-center-koethen@gmx.net
Vorgestellt hatte sich das Mädchen Franziska Richterin, Anwältin oder Psychologin zu werden, um Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen. Doch noch während der Schulzeit und den dabei absolvierten Praktika im Gesundheitswesen stellte sie fest: Auch als Krankenschwester kann man Gutes tun, helfend wirken. So absolvierte sie nach der 10. Klasse in ihrem damaligen Wohnort München ein freiwilliges soziales Jahr in einer Kindertagesstätte, um danach das Alter erreicht zu haben, mit dem die Ausbildung zur Krankenschwester zugelassen ist. Das Universitätsklinikum Großhadern war ihre Ausbildungsstätte, eine kleine, private, chirurgische Klinik drei Jahre lang ihr Arbeitsplatz. 1983 in Köthen geboren, hatte sie sich gut in München eingelebt und eigentlich keine Ambitionen wieder in die Heimat zurückzukehren. Doch ihr späterer Ehemann Daniel diente in der Bundeswehr. Und als es hieß, er werde nach Köthen versetzt, gab es für Franziska keine Frage. Sie begleitete ihn, wie er einst sie bei ihrem Umzug nach Bayern. Indessen schwanger, schenkte sie 2005 ihrem Sohn Paul das Leben, machte zwei Jahre Babypause, um für ihn und seine Entwicklung da zu sein. Ein Wiedereinstieg in ihren Beruf war nun nicht mehr möglich, der unregelmäßigen Arbeitszeiten wegen. So freute es sie, als ihre Schwägerin 2007 die Idee hatte einen Zooladen zu eröffnen und ihre helfende Hand in der Vorbereitung benötigt wurde. Indessen selbst Gefallen an der neuen Herausforderung findend, nahm Franziska Piekarek das Angebot an als Aushilfskraft später im Laden zu arbeiten. Um fachliche Kompetenz zu erlangen, besuchte sie Lehrgänge zu Marketing, Verkauf, Futtermittel und Tierhaltung. Ende März 2008 wurde aus der Nebentätigkeit eine feste Anstellung, die bald in Frage gestellt war. Die familiären Verhältnisse der Schwägerin hatten sich verändert, sie selbst sah keinen Sinn in der Fortführung des Geschäftes. Für die junge Frau ein finsterer Gedanke, hatte sie es doch von Beginn an mit aufgebaut, betrachtete das Unternehmen auch ein Stück als „ihr Kind“. Der Familienrat tagte, ein Entschluss wurde gefasst: Übernahme und Eröffnung im Mai 2008 durch Franziska Piekarek. Zur Seite standen ihr von Beginn an im Verkauf ihr Mann und sein Bruder, ihre Schwiegermutter übernahm die Buchhaltung. Heute schaut Franziska Piekarek auf ein gut funktionierendes Unternehmen, freut sich über die Verdoppelung der Ladenfläche im vergangenen Jahr auf 650 Quadratmeter und visiert für die fernere Zukunft eine zweite Filiale – vielleicht in Dessau – an. Sie sprudelt förmlich vor Tatendrang und das, obwohl sie indessen zweifache Mutter ist – 2009 wurde Tochter Lena geboren – und selbst ständig für ihre Weiterbildung mit Teilnahme an Lehrgängen sorgt. „Ab ins Beet“ sagt sie, ist ihre liebste Freizeitbeschäftigung und man merkt, sie ist angekommen in Beruf und Familie und ruht in sich selbst.