MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waltraud Blumenwitz
Die Genauigkeit dem Beruf, die Liebe der Familie
Fotochemiefacharbeiterin
Pechhüttenhau 53
06779 Raguhn-Jeßnitz OT Lingenau
Im Wolfener Krankenhaus kam Waltraud Blumenwitz 1949 auf die Welt, aufgewachsen ist sie mit zwei großen Brüdern und einer Schwester im nahen Örtchen Lingenau. Die verehrten Eltern Lisbeth und Heinz arbeiteten in der Farbenfabrik Wolfen. Die Schule besuchte die junge Waltraud im nahen Tornau (ein Jahr auch in Thurland) bis zur 8. Klasse. Der Abschluss der 10. Klasse war dann schon mit gleichzeitiger Berufsausbildung verbunden. Die Klassenstufen 9 und 10 absolvierte sie an der Erich-Weinert-Schule in Wolfen, die Lehre zur Fotochemiefacharbeiterin im VEB Filmfabrik Wolfen. Nach der Lehre wurde sie (wie damals fast selbstverständlich) übernommen, es folgte ein über fünfundzwanzig Jahre währendes Berufsleben in diesem Werk. Im Ansatzraum wurden die Lösungen für die Beschichtung der Filmmaterialien hergestellt, Emulsionen mit Netzmitteln, Farbstoffen, Härtungsmitteln und Sensibilatoren versetzt. Waltraud Blumenwitz wurde als Gruppenleiterin in Verantwortung genommen, versah ihre Aufgaben mit der notwendigen Genauigkeit und Gründlichkeit. Auch in der Abteilungsgewerkschaftsleitung war sie zeitweise engagiert. Als nach dem Ende der DDR die ganze chemienahe Industrieproduktion der Region umstrukturiert wurde, verlor 1993 auch sie ihren Arbeitsplatz, wurde im Archiv der Filmfabrik noch drei Jahre bis 1996 auf Basis einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eingesetzt. Danach beschäftigte sie lange Jahre die Pflege des Ehemanns. Mit sechzig Jahren wechselte sie aus formaler Arbeitslosigkeit vorzeitig in den Rentenbezug. Ihrer ersten Ehe (1967 geschlossen, 1982 geschieden) entstammen die beiden Kinder Ellen (Jahrgang 1967) und Guido (1969). Die Tochter steuerte zwei, der Sohn ein Enkelkind zum Familienkreis bei. Seit der Heirat 1985 war der zweite Mann an ihrer Seite. Ernst Blumenwitz, bereits 2014 verstorben, war Kraftfahrzeugmeister im Chemiekombinat Bitterfeld, zu dem die Farbenfabrik Wolfen inzwischen gehörte. Er arbeitete nach dem Aus für das Kombinat für eine ökologische Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft. Aus dem Neubaugebiet Wolfen-Nord konnte das Ehepaar 1997 in das durch einen Anbau erweiterte ehemalige Wochenendhaus der Schwiegereltern wechseln, wo Frau Blumenwitz heute noch immer im Garten gern ihren Fleiß zu Geltung bringt. Waren es früher die Urlaube mit dem Mann an der Ostsee, die Ausgleich brachten, darf es heute mit Schwester und Schwager auch gern der Gardasee sein. Waltraud Blumenwitz geht regelmäßig schwimmen und ist gern mit dem Auto unterwegs, vor allem da die Tochter mit Familie nun im Norden Deutschlands ihr Zuhause gefunden hat.