MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhard Bittig

„Es muss weitergehen.....“ (Gerhard Bittig)

Gerhard Bittig

und Hildegard Lohse
Postkraftfahrer
Hauptsachbearbeiterin
Dorfstr. 8
04758 Liebschützberg OT Terpitz

1933 als Sohn einer Landwirte-Familie in Terpitz geboren, berichtet Gerhard Bittig heute von seiner Kindheit: „Wir haben als Kinder ja schon in der Landwirtschaft mitgeholfen, aber auch viel draußen gespielt (Völkerball, Verstecken) und täglich neues erlebt – wie es auf dem Dorf eben so war.“ Der Vater wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen wie auch der Lehrer, sodass die Volksschule Terpitz schloss und die Schule in Liebschütz besucht werden musste. Mit einem strammen „Heil Hitler“ begannen die Unterrichtsstunden. „Durch den Besitz des Hofes hatte man zumindest während und nach dem Krieg keine Not zu leiden“, berichtet er. Als mithelfender Familienangehöriger arbeitete er nach dem Schulabschluss auf dem väterlichen Hof. Als die Kollektivierung der Landwirtschaft begann, konnte sich Gerhard Bittig mit dem Gedanken in einer LPG tätig zu werden nicht anfreunden. So erfüllte er sich seinen Kindheitstraum (beruflich einmal Auto fahren) als sich die Chance dazu bot: Die Post suchte Berufskraftfahrer. Als Postkraftfahrer wurde er tätig, Er erlangte die entsprechenden Fahrerlaubnissen und war bis zum Eintritt in den Ruhestand (1991) als Postfahrer tätig. Besonders interessant empfand er während der Messen in Leipzig eingesetzt zu sein und die Messeaussteller mit Post und Zeitungen beliefern zu dürfen. „Da konnten wir in alle Hallen, es gab alles, man hatte Zugang und Verbindung und ein gutes Bier gab es auch....“ erzählt er lachend. „Man hatte viel Kontakt zu den Menschen, war als Zusteller der Westpakete gern gesehen...“ schwärmt er weiter. 1955 heiratete er seine Frau Renate (Finanzbuchhalterin, verstorben 2009). Die Söhne Matthias (geb. 1955, Dipl.-Ing. Straßen- und Brückenbau), Friedbert (geg. 1958, Straßenbauer) und Michael (geb. 1972, Lokführer) ergänzten bald die Familie. Dass der Familie später drei weitere Kinder zugewachsen sind, liegt an Hildegard Lohse, mit der er im Jahr 2012 eine Lebensgemeinschaft einging. Klaus (geb. 1948), Rainer (geb. 1949), Rainer, Angelika (geb. 1951, verstorben 1960) und Romy (geb. 1967) zählen seitdem dazu. Hildegard Lohse wurde 1929 geboren, durchlebte eine vom Krieg geprägte, harte Kindheit. Fliegeralarm, Sirenengeheul, Flucht und Entbehrungen sind bei ihr bleibende Erinnerungen an diese Zeit, die auch durch die vielen zwischenzeitlich vergangenen Jahre nicht verblasst sind. Acht Jahre besuchte sie die Schule (1936–1944), danach drei weitere die Berufsschule. Die ersten Arbeitsjahre verbrachte sie in einer Spinnerei. Ehemann Hans (verstorben 2009) war für die Polizei geworben worden. Diesem Kontakt verdankte sie ihre weitere berufliche Entwicklung. Das Pass- und Meldewesen suchte Mitarbeiter, ihr Mann meldete sie an. Bis zur Wende arbeitete sie dort – 18 Jahre lang. Eingaben und Strafen gehörten in ihren Aufgabenbereich. „Den Leuten das Geld abgezockt....“ sagt Gerhard Bittig scherzhaft darüber. Als Hauptsachbearbeiterin wurde sie 1989 in die Rente verabschiedet. Heute wohnen die beiden im Haus das Gerhard Bittig 1994 mit seiner Frau Renate bezogen hat. „Es muss weitergehen....“ war stets sein Kredo und alleine sein für ihn keine Alternative nach dem Tod seiner Frau. Als leidenschaftlicher Hobbygärtner hegt und pflegt er heute das von seiner Tante ererbte Grundstück. Familienfeste sind Höhepunkt im Alltag und die Enkel und Urenkel aufwachsen sehen nachhaltiger Wunsch. Darüber hinaus haben die beiden nur ein Ziel: Gesund bleiben! Die täglich gute Laune soll dabei helfen und sie singen deshalb gerne – einfach so und nur für sich und ihren Frohsinn.
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