MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Käthe Petzold

Familien-Leben

Käthe Petzold

98693 Ilmenau

Die Stationen ihres Lebens macht Käte Petzold an den fünf Häusern fest, die sie bewohnte. Da ist das Haus in Kirchberg in Sachsen, wo sie 1923 geboren wurde und wo die Eltern eine Zimmerei besaßen. Als sie sieben Jahre alt war, zog die Familie in das Haus der Großeltern am gleichen Ort, das der Vater ausbaute. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung als Stenotypistin und arbeitete im örtlichen Rathaus. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lernte sie ihren Mann Claus kennen und sie heirateten 1947. Ein Jahr später wurde der erste Sohn geboren und der jungen Familie eine Wohnung in Zwickau zugeteilt: Haus drei. Dort kam der zweite Sohn zur Welt. Als der Ehemann Claus 1954 sein Medizinstudium und die Spezialisierung als Internist abgeschlossen hatte, stand der nächste Umzug an – nach Dargun in Mecklenburg, wo der Arzt die Abteilung für Innere Medizin des Krankenhauses leitete. Es wurden ihre schönsten Jahre, blickt sie heute zurück. Sie bekamen eine passende Wohnung in einem Zweifamilienhaus, es gab einen schönen See am Ort, die Ostsee war nicht weit entfernt. Der dritte Sohn und zwei Töchter kamen zur Welt und wuchsen mit den Freiheiten und in der Beschaulichkeit eines kleinen Städtchens auf. Viele Freundschaften entstanden und hielten teilweise bis in die Gegenwart. Die Familie fühlte sich immer mehr der evangelischen Kirche als der Politik zugetan. Als dem Arzt die Leitung der Klinik angeboten wurde, sollte er in die SED eintreten, doch er weigerte sich und verlor damit die Berufsperspektive in der Darguner Klinik. Er fand eine Stelle an der Poliklinik in Ilmenau. 1969 bekam die Familie eine Vier-Zimmer-Wohnung in einem Jugendstilhaus zugeteilt, wo ab 1973 auch noch die herzkranke Schwiegermutter aufgenommen und gepflegt wurde. Mit Begeisterung nutzte Käte Petzold die Reisefreiheit, sobald sie 60 Jahre alt geworden war – allein, denn der Ehemann durfte erst zwei Jahre später die früheren Schulfreunde und die Verwandtschaft im Westen besuchen. Eine günstigere Wohnung in einem Wohnblock wurde nach der Wende, dem Auszug aller Kinder und der Pensionierung bezogen. 2006 starb der Ehemann kurz vor der diamantenen Hochzeit. Sie ist stolz, dass sich alle fünf Kinder gut entwickelten. Zehn Enkel und zwei Urenkel sorgen heute dafür, dass es immer Neues zu erfahren gibt. Bald steht der Umzug ins siebte Haus an: ein Altersheim.
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