MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Werner Pfeifer
Arbeit und Fleiß als Lebensbasis
Schuhmacher / Tiefbauer / Betonwerker
Rochlitzer Str. 23
09326 Geringswalde
Fon: 037382 / 80103
Werner Pfeifer kam am 24.10.1931 in Ottendorf bei Mittweida zur Welt und wuchs mit drei Geschwistern auf. Seine Mutter arbeitete als Korbmacherin, der Vater war Soldat. „Ich habe fast meine gesamte Kindheit bei meinen Großeltern verbracht, die mich sehr liebevoll aufgezogen haben. Das waren wunderbare, gütige Menschen. Es gab nie ein böses Wort. Auch meine heutige Naturverbundenheit habe ich ihnen zu verdanken.“ Zur Schule ging Werner Pfeifer in seiner Heimatstadt. „Auf der einen Seite des Raumes saßen die Jungen, auf der anderen die Mädchen“, erinnert er sich. „Alle Klassen haben in diesem einen Raum gelernt.“ Auch die Erinnerung an Kriegszeiten ist ihm bis heute im Gedächtnis haften geblieben. „Da wurde ein Waggon mit verletzten Soldaten ganz hier in der Nähe auf’s Abstellgleis geschoben. Wir Kinder waren damals etwa dreizehn oder vierzehn Jahre alt und mussten den Krankenschwestern bei der Versorgung der Verwundeten helfen, indem wir Kräuter sammelten, die dann für die Behandlung genutzt werden konnten. Das war keine einfache Zeit.“ Im Anschluss an seine Schulausbildung lernte Werner Pfeifer drei Jahre den Beruf des Schuhmachers bei einem privaten Meister. „Das war zwar nicht mein Traumberuf, aber danach ging es damals nicht“, erzählt er. „Die Berufsschule war in Mittweida, wo ich auch meine Gesellenprüfung abgelegt habe. Ich musste dafür ein Paar Lederschuhe fertigen.“ Im Anschluss arbeitete Werner Pfeifer allerdings nicht in seinem erlernten Beruf. Er war eher ein Mann, der richtig zupacken wollte. Nach einigen kürzeren Stationen in der Eisengießerei Mittweida, bei der Wismut in Oberschlema bei Aue und im Straßenbau, fand er im Betonwerk Geringswalde schließlich seine berufliche Heimat. „Hier habe ich ungefähr 34 Jahre bei einem herrlichen Betriebsklima ohne Hass und Neid gearbeitet“, berichtet er stolz. „Wir haben unter anderem Fensterstürze oder Wäschepfähle gefertigt. Ich habe auch einen Punktschweißerlehrgang absolviert und bin bis zu meiner Rente immer gern zur Arbeit gegangen.“ 1953 heiratete Werner Pfeifer seine Frau Gertrud, die in der Spinnerei Mittweida tätig war. Das Paar hat mit Carla (*1953), Dietmar (*1957) und Andreas (*1964) drei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel. „Meine Frau war leider sehr viel krank und ist 2010 verstorben. Ich habe sie viele Jahre lang betreut und gepflegt“, resümiert Werner Pfeifer. Heute ist der harmoniebedürftige, ruhige Pensionär oft allein, fährt aber noch gern Auto und unternimmt kleinere Touren in die nähere Umgebung. Werner Pfeifer ist froh, dass er seinen Alltag auch bis ins hohe Alter noch selbst bewältigen und aktiv gestalten kann. „Ich wünsche mir, dass ich fit bleibe und das Autofahren weiterhin genießen kann. Das gibt mir einfach ein schönes Gefühl von Freiheit.“