MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ilse und Helmut Petzold

Arbeit und Fleiß gehörten zum Alltag

Ilse und Helmut Petzold

Landmaschinenschlosser
Heydaer Str. 4
04774 Dahlen OT Börln

Ilse und Helmut Petzold waren ihr Leben lang weit entfernt von Müßiggang. Arbeit und Fleiß gehörten zum Alltag und das Paar ist stolz darauf, alle gestellten Aufgaben stets zuverlässig erledigt zu haben. Helmut Petzold, geboren am 22.05.1931 in Tutendorf, wuchs als Einzelkind auf und musste als Heranwachsender auf seinen Vater verzichten. Seit dem Krieg wurde dieser vermisst. Nach der Schule war es sein Wunsch, Kesselschmied zu werden. Acht Wochen hatte er schon bei einem solchen gearbeitet. Nach der Bodenreform 1945 bewirtschaftete er gemeinsam mit seiner Mutter eine landwirtschaftliche Nutzfläche als Neubauer. Mit Beitritt in die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft 1960 war Helmut Petzold vordergründig als Kraftfahrer eingesetzt. Ab 1970 ließ er sich nebenberuflich zum Landmaschinen- und Traktorenschlosser ausbilden und beförderte zusätzlich 10 Jahre lang Kindergartenkinder. Nach Weiterbildung erhielt er seinen Pass für autogenes Schweißen, war noch viele Jahre in der Werkstatt beschäftigt und nutzte ab 1990 bis zur Rente eine Altersübergangsregelung. Ilse Petzold wurde am 16.06.1931 in Zschöllau geboren und musste als Zweitälteste von sieben Geschwistern schon als Kind und Jugendliche ihre jüngeren Brüder und Schwestern versorgen. Nach Schulende arbeitete sie 5 ½ Jahre als Dienstmädchen bei einem Bauern und begann 1950 als Hausmädchen bei Bäcker Rudolf in Dahlen. Nach der Hochzeit 1954 zog sie zu ihrem Helmut, bewirtschaftete die Neubauernfläche mit und gehörte nach Anschluss an die LPG der Feldbaubrigade an. War die harte Arbeit des Tages beendet, ließ sie sich nebenher zum Facharbeiter für Vieh- und Feldwirtschaft ausbilden, erhielt nach beendetem Studium ihren Abschluss als Meister der Landwirtschaft, studierte weitere vier Jahre lang nebenbei und durfte 1971 ihr Zeugnis als Agrar-Ingenieur für Rinderhaltung entgegen nehmen. Neben der Arbeit im Feldbau organisierte und führte sie 10 Jahre den UTP (Unterrichtstag in der Produktion) durch, für die Schüler der 7. und 8. Klasse der Oberschule Börln. In den Produktionsstätten der LPG wurde diesen dabei die Technik und Arbeiten bei der Bestellung, Pflege, Ernte und Veredlung der Feldfrüchte vor Ort erläutert. Zudem organisierte Ilse Petzold in dieser Zeit die Ausbildung und den Einsatz der 10 Lehrlinge der LPG. Nach ihrem Abschluss als Agrar-Ingenieur 1971 war sie bis 1991 für die Milchviehhaltung und Reproduktion der Rinder sowie für die Schaf-Lämmer und Wollproduktion verantwortlich. Selbst als Vorruheständlerin stellte sie sich unentgeltlich für die Teilabwicklung der Rinder- und Schafherde der LPG zur Verfügung. Vorbild für das Meistern jeder Herausforderung war ihre Mutter, welche die sieben Kinder alleine aufzog. 1958 wurde Ilse Petzold selber Mutter. Sohn Lothar wurde Lehrer für Mathematik und Physik, arbeitet in der Zwischenzeit als Finanz- und Unternehmensberater und ist zweifacher Vater. Nach kräftezehrendem Berufsleben konnten Ilse und Helmut Petzold etwas zur Ruhe kommen. Dennoch verfolgen sie mit Unruhe die Geschehnisse der heutigen unkalkulierbaren Zeit. Sie sind glücklich über ihre lange, harmonische Ehe, wünschen sich allerdings, wie die meisten anderen Menschen auch, eine friedliche Welt.
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