MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Kurt Pfeifer
Die Mediziner
Röbellweg 48 13125 Berlin
Kurt Pfeifer wurde 1921 in Schmölln/Thür. als Sohn eines Kaufmanns und dessen Ehefrau geboren. Er besuchte die Realschule in Schmölln und die Oberschule für Jungen „Ernestinum“ in Altenburg und legte dort Anfang 1940 das Abitur ab. Bald danach wurde er zur Luftwaffe eingezogen und als Funker ausgebildet. Weil er unbedingt Medizin studieren wollte, erfolgte etwas später seine Versetzung zu einer Luftwaffensanitätseinheit. Bei dieser war er auf einem unmittelbar hinter den Frontabschnitten gelegenen Verbandsplatz bis 1944 in der Sowjetunion eingesetzt. In dieser Zeit stellte er sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des bis dato vermittelten Bildes von diesem Land und seinen Menschen. Seine Erfahrungen hielt er in Tagebuchform und in Fotos fest, Dokumentationsmaterial, das er schweren Herzens vernichtete, als in Thüringen 1945 die amerikanische Besatzungsmacht durch die sowjetische ersetzt wurde. Geblieben sind Erinnerungen an die schrecklichen Folgen von Kriegen, die ihn zum überzeugten Pazifisten werden ließen.
Nach Abschluss eines auf Weisung des LW-Oberbefehlshabers Hermann Göring
eingerichteten Offizierslehrgangs, (zur Verinnerlichung preußischer Disziplin und Ordnung), an dem alle Medizinstudenten in der Luftwaffe teilnehmen mussten, wurde er als Fahnenjunker-Unteroffizier an die Studentenkompanie in Jena zum Medizinstudium an der Friedrich-Schiller-Universität versetzt. (Sie war die erste Hochschule, die von der sowjetischen Besatzungsmacht nach dem Krieg in Deutschland wiedereröffnet wurde.) Im Herbst 1944, nach Semesterschluss, wurde er in das westliche Kriegsgebiet verlegt und dort wieder als Sanitäter eingesetzt. Nach mehrmonatiger Kriegsgefangenschaft in einem open-air-Lager am Rhein wurde er im Juni 1945 nach Hause entlassen. In Jena konnte er sein Studium wieder aufnehmen und Anfang 1950 Staatsexamen und nachfolgender Promotion abschließen.
Seine erste Arbeitsstelle war die Poliklinik in Schmölln. Im Oktober 1950 siedelte er nach
Ostberlin über, wo er nacheinander im Ludwig-Hoffmann- Krankenhaus, im Städt.Klinikum Buch und in der Robert-Rössle- Klinik klinisch tätig war. Durch Arbeitskontakte mit Prof. Dr. Bahrmann, Chef des Pathologischen Instituts im Krankenhaus im Friedrichshain, wechselte er 1954 zur Ausbildung in dessen Institut in dem er Facharzt und später Oberarzt wurde. 1966 übernahm er die Stelle des Chefarztes am Pathologischen und Zytologischen Institut im Städt. Oskar-Ziehten-Krankenhauses, Berlin-Lichtenberg. Das Institut wurde unter seiner Leitung ausgebaut und vergrößert. Als er 1987 aus dem Beruf ausschied, hatte er das Rentenalter längst erreicht, mit über dreißig wissenschaftlichen Publikationen konnte er abschließen. Er fand nun Zeit sich intensiver weiteren Interessen hinzugeben, Literatur, Fotografie, Natur und seit Anfang 2000 als Autodidakt auch das Internet mit seiner Fülle von Informationen und Austauschmöglichkeiten.
Frau Dr. Irene Pfeifer, mit der er seit 1952 verheiratet ist, studierte an der Kaiser-Friedrich-Wilhelm-Universität, der späteren Humboldt-Universität in Berlin Medizin. Die größte Zufriedenheit im Leben hat beiden gegeben, dass sie etwas für die Menschen tun konnten mit ihrem medizinischen Beruf. Tochter Gabriele ist das auch vergönnt, wenn auch in anderem Metier – sie ist Lehrerin.
Familie Pfeifer hat ihr Leben der Medizin gewidmet und ist heute auf medizinische Versorgung angewiesen durch gesundheitliche Beeinträchtigungen – so schließt sich der Kreis.