MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Margarete und Sieghard Petzold
Der Glanz des Diamanten
Sachbearbeiterin und Schlosser
Ferberstraße 1
06667 Weißenfels
Wenn ein Paar seinen 60. Hochzeitstag erlebt, wird dieses Ereignis „diamantene Hochzeit“ genannt. So fest wie ein Diamant und so strahlend immer noch ist die Beziehung. Es gab Höhen und Tiefen, Freude und Sorgen auf dem gemeinsamen Lebensweg von Margarete und Sieghard Petzold.
Nur wenige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sie sich in beider Heimatstadt Weißenfels getroffen. Das Land war durch die Wunden des Krieges schwer gezeichnet. Bittere Armut und ansteckende Krankheiten grassierten. Das ließ sich zu zweit leichter ertragen. Aber auch die ersten zarten Pflänzchen an Volksfesten mit „Schlagcreme“ und „Krautwürsten“ und mit übrig gebliebenen Karussells machten gemeinsam doppelte Freude. Kurz und gut, die damals 19-jährige Margarete und der 24-jährige Sieghard schlossen im Dezember 1947 den Bund fürs Leben.
Im Mai 1928 war Margarete in Weißenfels zur Welt gekommen – fünf Jahre früher erblickte Sieghard das Licht der Welt in der anhaltinischen Kleinstadt. Noch im Krieg beendete Margarete die 8. Klasse der Volksschule. Daran schloss sich ein sogenanntes Pflichtjahr an. Zuerst musste sie in einer Großbauernfamilie mit dem „Gesinde“ in der Landwirtschaft arbeiten, dann durfte sie im Haushalt helfen und die Kinder betreuen.
Drei Jahre ging sie dann in kaufmännische Lehre beim Papiergroßhandel Georg Krug. Es folgte bis zur Hochzeit eine Tätigkeit in der Schuhfabrik Weißenfels.
Sieghard Petzold ist als Schlosser ausgebildet worden. Mit 18 wurde er noch eingezogen. Sechs Jahre dauerten für ihn Krieg und Kriegsgefangenschaft in Norwegen. Er kam Ende 1946 zurück in die Heimat und arbeitete in Leuna bei einer Privatfirma als Montageschlosser. Er wurde später Brigadier und bildete Montageschlosser für den Brückenbau aus.
Es beginnt nun der gemeinsame Lebensweg von Margarete und Sieghard Petzold. 1952 wird ihr einziges Kind, Sigrid, geboren. Sie ist heute Fahrlehrerin. Sie wiederum schenkte Tochter Angela das Leben.
Inzwischen aber ist die Familie Petzold zur Großfamilie geworden: Drei Urenkel – Christian, Tom-Erik und Max-Leon – und selbstverständlich Schwiegersohn Caroly sitzen mit am großen Tisch, wenn Weihnachten oder Ostern traditionell in großer Runde gefeiert wird. Dann lauschen besonders die jüngsten Familienmitglieder, wenn die Urgroßeltern von damals erzählen. Damals – als sie noch gern gewandert sind und in den Bergen gezeltet haben oder in der Hohen Tatra die Übernachtung mit Bettwäsche „bezahlten“.
Diese Familiengespräche sind getragen von selbstbewusstem Stolz, dass sie der Zeiten Lauf so gut gemeistert haben und noch immer fest zusammenhalten.