MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ingeborg Penseler

Die Erinnerungen bleiben

Ingeborg Penseler

Ökonom
07549 Gera

Ingeborg Penseler kam am 17.01.1934 im oberschlesischen Miechowitz zur Welt. „Durch verschiedene Rebellenkämpfe wurden die Grenze immer wieder verschoben, so dass wir hier im sogenannten Mechtal in einer Art Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen lebten.“ Der Vater arbeitete als Fahrsteiger im Bergbau, die Mutter war Hausfrau. „Aufgewachsen bin ich in Hindenburg, wo ich auch die Schule besuchte. Im September 1945 mussten wir aus unserer Heimat fliehen und wurden nach einigen Wochen in Schwarza sesshaft. Mein Vater, der zu dieser Zeit in russischer Gefangenschaft war, folgte uns später nach“, berichtet Ingeborg über diese schwere und prägende Zeit. Ihr 15-jähriger Bruder wurde von den Besatzungsmächten nach Auschwitz zur Demontage verpflichtet, von wo aus er aber fliehen konnte. Erst 1948 sahen sich die Geschwister wieder. „Durch die Arbeit meines Vaters, der nun in verschiedenen Schächten tätig war, führten wir eine Art Zigeunerleben und wurden erst 1950 in Doberlug-Kirchhain heimisch“, erzählt sie weiter. Hier führte Ingeborg ihre 1949 begonnene Banklehre bei der örtlichen Raiffeisenbank 1952 zu Ende. 1953 heiratete sie Otto Penseler. „Da mein Mann anfangs noch bei der Armee arbeitete, gingen die Umzüge aufgrund häufiger Versetzungen weiter. Nach dem Ausscheiden aus der Armee zogen wir in seine Heimatstadt Bleicherode, während er in Zittau studierte“, erinnert sich Ingeborg Penseler, die mit Silvia (*1954, Mitarbeiterin am Umweltamt Berlin) und Ralf (*1957) bereits zwei Kinder hatte und parallel in der Sparkasse angestellt war. „1962 sind wir dann meinem Mann nach Gera gefolgt, der im dortigen Heizkraftwerk schaffte. Ich war dann hier beim Rat des Bezirkes, Abteilung Finanzen, tätig und begann mit einem Fernstudium.“ Als spätere Angestellte der GHG Möbel / Kulturwaren, die sie während ihrer Studienzeit unterstützten, schloss sie als Ökonomin ab. Von 1972 bis zur Wende war Ingeborg Penseler beim Ingenieurbüro für Rationalisierung tätig. „Da wir für andere Betriebe arbeiteten, wurden wir sofort abgewickelt“, sagt sie, die kurz darauf in den Vorruhestand ging. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählte zeitlebens die Musik. „Ich hätte gern Gesang studiert, habe diese Leidenschaft aber immer nur als Hobby betrieben“, erzählt Ingeborg. Von 1962–1976 engagierte sie sich im Chor des Geraer Theaters, was ein Narkoseschaden an den Stimmbändern jäh beendete. „Später haben wir eine alte Obstplantage urbar gemacht und viel Zeit in der Natur verbracht“, resümiert sie. 2010 verstarb Otto Penseler, 2013 Sohn Ralf. Nach diesen schweren Schicksalsschlägen machen Ingeborg heute vor allem ihre vier Enkel und ebenso vier Urenkel Freude, die sie auch von der eigenen gesundheitlichen Situation ablenken und das Leben an grauen Tagen etwas heller erscheinen lassen.
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