MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingrid und Manfred Peter
Seit mehr als vier Jahrzehnten glücklich verheiratet
Färber
Textilmeisterin
07546 Gera
Sie sind ein glückliches Paar, der gelernte Färber und die ausgebildete Textilmeisterin aus Gera. Ingrid und Manfred Peter leben gerne in Thüringen und wollen aus ihrer Heimatstadt auch nicht weg. Seit 1979 sind sie miteinander verheiratet, haben einen Sohn (Ralf, DRK-Rettungssanitäter) und zwei Enkelkinder. 1941 in Gera geboren, ist Manfred als jüngstes von fünf Kindern großgeworden, seinen Vater lernte er nicht kennen. Die Mutter hielt die Familie als Selbstversorgerin mit Obst und Gemüse über Wasser. Die Kindheit war für Manfred kein Zuckerschlecken, schon als Junge hatte er das Vieh zu füttern. Nach der 8. Klasse lernte er von 1958-1960 im Textilveredlungswerk (später Modedruck) Gera den Beruf eines Färbers. Freiwillig meldete er sich zum Wehrdienst und wurde in Weißenfels stationiert. Im Mai 1962 kehrte er, inzwischen verheiratet und wohnhaft in Naumburg, ins zivile Leben zurück. Mit seiner ersten Frau und drei Kindern zog er nach Gera, um bei der Wismut als Lok-Fahrer unter Tage gutes Geld zu verdienen. Wegen gesundheitlicher Folgen nach einem Unfall konnte er aber nicht mehr diese schwere Arbeit verrichten. Manfred Peter zog mit Familie nach Spergau bei Leuna/Merseburg, wo Kaolin für die Porzellanherstellung abgebaut wurde. Dieses Unternehmen, in dem er auch erst als Lok-Fahrer, dann in der Presserei arbeitete, gehörte zur Wismut. Nach seiner Scheidung kehrte Manfred Peter 1977/1978 nach Gera zurück und stieg bei der Teppichfabrik ein, um wieder als Färber zu arbeiten. Zur Wende wurde der Betrieb geschlossen und abgerissen, wobei Manfred Peter mitwirkte. Nach Zeiten der Arbeitslosigkeit folgten Abrissarbeiten in Hermsdorf, bei denen er dabei war. Bei der Firma Thorey fand er drei Jahre eine Anstellung in der Gardinenveredlung. Dann wurde er wieder arbeitslos - bis zur Rente. Ingrid Peter, 1941 in Gera geboren, ging zehn Jahre zur Schule. Ihr Vater war in der Textilbranche in leitender Stellung tätig, die Mutter Hausfrau. Die Tochter wollte nach der Lehre zur Färberin die Textilfachschule in Reichenbach besuchen und Ingenieurin werden. Ein Unfall kam dazwischen, so dass sie infolge einer längeren Krankheit ihr Studium nicht beendete und in den Betrieb Modedruck Gera zurückkehrte. Ingrid arbeitete in verschiedenen Abteilungen, machte nebenbei ihren Industriemeister. Sie arbeitete sogar einmal zwei Jahre als Betriebszeitungsredakteurin. „Das war mir aber zu parteilich“, begründet sie ihren Ausstieg. Es folgte eine Arbeit als Maschinenführerin in Schichten. Ingrid Peter ließ sich nie unterkriegen, als junge Mutter ging sie raus aus den Schichten. Sie war Meisterin in der Spinnerei der Teppichfabrik, machte ihren Staplerschein, wurde Transportarbeiterin, wechselte in eine Reinigungsannahmestelle und schließlich in einen kleinen Färberei-Betrieb. Dieser wurde zur Wende dichtgemacht. Heute sind Haus und Garten Lieblingsbeschäftigungen. Beide wollen noch lange gemeinsame Jahre, möglichst gesund, verbringen.