MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Persch

Geschafft, was geschafft werden musste

Christa Persch

Rinderzüchterin
Gärtnerin
Tupperware-Händlerin
99195 Riethnordhausen

Das 1949 geborene Mädchen Christa wuchs in einer großen Familie mit sieben Kindern auf. Der Vater hatte den Kriegseinsatz überlebt, jedoch verletzungsbedingt einen Arm eingebüßt. Die Kinder mussten frühzeitig mit anpacken. Viel Geld war nie vorhanden, die Kinder deshalb nach der Schule angehalten schnell ins Verdienen zu kommen. So auch Christa, die nach der 8. Klasse eine Lehre in der LPG Riethnordhausen aufnahm. Das war dem Umstand geschuldet, dass sie zu Hause mit Viehzeug aufgewachsen war, Spaß an der damit verbundenen Arbeit hatte. Als Facharbeiter für Rinderzucht blieb sie im Betrieb und 15 Jahre im Stall. Eine anspruchsvolle Zeit, denn mit ihren drei Kindern musste die Zeit gut genutzt, die Abläufe detailliert geplant werden. Bei einem 2-Schichtbtrieb mit Tätigkeiten am Morgen und am Nachmittag war die Zeit dazwischen für Haushalt und Kinder vorgesehen. Auf die Dauer war das mit dem Familienleben nicht vereinbar. Ehemann Gerhard (Hochzeit 1970, Maler) riet zur Veränderung und Christa Persch wechselte in eine Gärtnerei. Sie konnte hier verkürzt sechs Stunden in Normalschicht arbeiten und sich zudem auch noch neben der Arbeit qualifizieren, einen Facharbeiterbrief als Gärtnerin erlangen. In der GPG (Gärtnerische Produktionsgenossenschaft) erlebte sie die politische Wende in der DDR und die Ungewissheit wie nun die berufliche Entwicklung weitergehen sollte. Sie suchte neue Herausforderung. Im Katholischen Krankenhaus arbeitete sie in der Kantine, doch ohne Glaubensbekenntnis sah man nach dem Jahr Probezeit keine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung und Christine Persch wurde arbeitslos. In einer ABM-Maßnahme konnte sie als Gemeindemitarbeiterin ein weiteres Jahr einer Arbeit nachgehen, sah sich dann jedoch wieder beschäftigungslos. Gute Kontakte zu anderen Menschen hatte sie immer und wurde deshalb angesprochen im Tupperwaren-Vertrieb zu beginnen. Ohne Auto und ohne Fahrerlaubnis war das ein Problem – doch nicht für die Bekannten von Christa Persch, die sofort alles organisierten und sie zur Fahrschule brachten. Einmal dort, wollte sie auch erfolgreich sein und setzte alles daran die Prüfungen zu schaffen. Kinder und Ehemann staunten nicht schlecht als plötzlich ein Auto angeschafft werden sollte, denn sie wussten gar nichts von dem Mut Christa Perschs die eigenen Geschicke so resolut in die Hände zu nehmen. Bis heute ist sie mit den Tupperwaren aktiv, will jedoch nun langsam doch kürzer treten und die Rente genießen. Dass die Kinder Monique, Normen und Dajen in der Region geblieben sind, freut die Eheleute Persch, und auch dass sie für neun Enkel und vier Urenkel gesorgt haben. Christa Persch gönnt sich seit Renteneintritt einen Tag in der Woche ganz allein für sich, nimmt am Frauennachmittag teil und genießt die angenehmen Stunden und die organisierten Fahrten. Als Familienmensch sorgt sie sich nicht nur um ihre Angehörigen, sondern wünscht sich auch friedlichere Zukunft für alle Menschen auf dieser Welt.
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