MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Penndorf
Ein stolzer Rückblick auf ein arbeitsreiches Leben
Autoelektriker
Südring 110
06667 Weißenfels
Jürgen Penndorf wird 1942 geboren und wächst als Einzelkind auf. Der Vater ist Ingenieur in der Getreidewirtschaft, die Mutter arbeitet im Büro. Der Junge ist als Kind oft krank, der Vater erzieht ihn hart und streng. Trotzdem bewahrt er sich stets einen guten Humor. Jürgen Penndorf besucht acht Jahre die Volksschule und holt die zehnte Klasse in der Abendschule nach. Als Kind ist er gern geklettert, so entsteht der Wunsch, Dachdecker zu werden. Doch die damalige Zeit lässt keinen Raum für individuelle Wünsche. Der Großvater betreibt eine Kohlehandlung, Jürgen Penndorf muss Autoelektriker werden, um dessen Fuhrpark unterstützen zu können. Er lernt ab 1957 drei Jahre bei der Firma Zehrfuß, sein Gesellenstück ist die Verkabelung eines Motorrades. Ein Jahr nach der Prüfung wechselt er in eine PGH, wo er mehr verdient. Als Geselle erledigt er Reparaturarbeiten an LKW´s der Marke „Robur“, später auch an PKW. Jürgen Penndorf erledigt nun Schlosserarbeiten, baut Motoren auseinander und später wieder zusammen. Vieles schaut er sich von den Kollegen ab, die ihm auch bereitwillig helfen. Später vermisst er den Zusammenhalt dieser Zeit. Ab 1990 wird die PGH auf Reparaturwerkstätten von vier Autokonzernen aufgeteilt, Jürgen Penndorf findet eine Anstellung bei Ford. Er hat in der DDR sehr gut verdient und hat auch heute keine Probleme, doch es gibt kaum noch Lohnsteigerungen. Bei Ford wartet der Autoelektriker nur noch PKW, zwei Mal nimmt er an Schulungen der Firma in Magdeburg, Koblenz und Gotha teil. Dabei muss er oft über Ausbilder lächeln, die gestandenen Kfz-Mechanikern die Grundlagen der Elektronik beibringen wollen. Jürgen Penndorf kennt inzwischen jedes Kabel in den verschiedensten Autotypen und seine Funktion. Nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit geht er 2005 in den wohlverdienten Ruhestand. Noch heute repariert er für Freunde und Bekannte alte Autos, hat einfach Spaß an dieser Arbeit und freut sich über die anschließende Anerkennung. Jürgen Penndorf hat in seinem Leben nie eine Funktion ausgeübt und sein Leben selbst gemeistert. Im Jahr 1975 heiratet er seine zweite Frau Iris, die die beiden Söhne Uwe und Ronny mit in die Ehe bringt. Zu seiner Tochter Andrea aus erster Ehe hat er keinen Kontakt mehr. Schon als Kind hat Jürgen Penndorf gern Fußball, Handball und Volleyball in Vereinen gespielt und auch am Wettkampfbetrieb teilgenommen. Nach einer Verletzung wechselt er zum Kegeln, nach seinem 70. Geburtstag gibt er auch diesen Sport auf, die Knie wollen nicht mehr. Bis heute liest er sehr gern und viel, vor allem utopische Literatur, die Bücher von Karl May und interessiert sich auch für Literatur über den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Jürgen Penndorf hat nur noch einen Wunsch: Nie wieder einen Krieg erleben zu müssen.