MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Diplomgeologe Lothar Pester
Schätze der Erde
Diplomgeologe
04277 Leipzig
Lothar Pester genießt nach einem erfüllten Arbeitsleben den wohlver-dienten Ruhestand im Kreis der Familie. Seit fast drei Jahrzehnten in zweiter Ehe mit seiner Frau Waltraud glücklich verheiratet, gehören drei Kinder, fünf Enkel und ein Urenkel zur Familie, auf die er sehr stolz ist.
Stolz ist der Rentner auch auf seine Arbeit, die er in 41 Jahren als Diplomgeologe geleistet hat. „Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich fast alle Tagebaue der DDR kennengelernt.“ Mit dem hobbymäßigen Sammeln von Mineralien hält der Geologe die Verbindung zu seinem früheren Leben.
Lothar Pester wurde 1932 in Kraschwitz bei Altenburg geboren. Nach einer Berufsausbildung im Bergbau studierte er von 1953 bis 1955 an der Humboldt-Universität und anschließend bis 1958 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Geologie und legte damit den Grundstein für die berufliche Karriere. Zunächst arbeitete er zwei Jahre beim VEB Erdöl und Erdgas Gommern als Abschnittsgeologe für Vorerkundun-gen. 1960 führte ihn sein Beruf nach Leipzig.
Hier war er von 1960 bis März 1990 zunächst beim VEB Projektie-rungs- und Konstruktionsbüro Kohle, dem Generalprojektanten der Kohleindustrie, als Brigadeleiter, zuletzt als Gruppenleiter für die Fachgebiete Geologie/Erkundungen, Ingenieurgeologie und Hydroge-ologie tätig. Nach der Auflösung des Betriebes 1967 wurde er wissen-schaftlicher Mitarbeiter zunächst beim VEB Rationalisierung Braun-kohle Großräschen, dann infolge weiterer Umstrukturierungen beim Ingenieurbüro Braunkohle Großräschen, beim VEB Bohrungen und Schachtbau Welzow und schließlich beim Anhaltinischen Braunkoh-lewerk Bitterfeld. Arbeitsort war dabei immer Leipzig, berichtet Lothar Pester.
Unter anderem war der auf seinem Gebiet anerkannte Fachmann maßgeblich an der Ausarbeitung der geologisch-hydrogeologischen Unterlagen für das hydrogeologische Großraummodell (HGM) beteiligt. Dabei wurde das von ihm entworfene System der einheitlichen Grundwasserleiterbezeichnungen zugrunde gelegt, das bereits 1960 entworfen, aber erst 1978 veröffentlicht wurde. Daneben stehen weitere Veröffentlichungen, so etwa über das Bitterfelder Bernsteinvorkommen. Doch Lothar Pester bleibt bescheiden und meint: „Ich bin doch nur ein ganz normaler Bürger.“
Nach der Wende in den Vorruhestand verabschiedet, arbeitete er noch bis 1999 im Ingenieurbüro für Grundwasser Leipzig, bevor er sich endgültig zur Ruhe setzte.