MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard und Dorothea Pelz

Ziel: Eiserne Hochzeit

Eberhard und Dorothea Pelz

Drogist, Hauptbuchhalter
Fernmeldetechnikerin
Schillerstr. 1
04736 Waldheim

Seit 64 Jahren gehen Dorothea und Eberhard Pelz den gemeinsamen Lebensweg, der sie durch viel Höhen und wenige Tiefen führen sollte. Als Dorothea Knobloch wurde sie 1932 in Nossen geboren, wuchs mit einem jüngeren Bruder auf. Der Vater, Berufssoldat, ist seit einem Kriegseinsatz in Rumänien vermisst. Davor war die Familie, entsprechend den Einsatzorten des Vaters, mehrmals umgezogen, von Ohrdruf und Saalfeld ging es ins böhmische Leitmeritz, wo sie das Kriegsende erlebten, dann ausgewiesen wurden. So kamen sie wieder zu Verwandten in Nossen. 1947 beendete die junge Dorothea die Schule, wurde beim Fernmeldeamt in Meißen als Fernmeldetechnikerin ausgebildet und arbeitete danach dort im Beruf. Da sie zwischenzeitlich in der Tanzgaststätte Staupitzbad in Döbeln ihren späteren Mann kennengelernt hatte, ging es mit der Heirat 1954 nach Waldheim. Im gleichen Jahr wurde der Sohn Steffen geboren. So blieb sie drei Jahre zu Hause, arbeitete dann wieder beim Fernamt in Döbeln und später in Waldheim (wo noch die Handvermittlung üblich war). Bei Umstrukturierungen wechselte sie 1962 als Telefonistin in die Zentrale des Rates der Stadt Waldheim, wo sie dreißig Jahre zuverlässig ihren Dienst versehen konnte. Mit den ehemaligen Kolleginnen trifft sie sich gern heute noch. 1992 ging sie in den Ruhestand. Eberhard Pelz kam als einziges Kind eines Tischlers 1932 in Döbeln zur Welt. Schwere Krankheit nahm im bereits 1943 den Vater, so wuchs er mit der Mutter, später mit Stiefvater und Stiefbruder auf. Er besuchte erst die Schule in Neudorf, dann die Döbelner Schlossbergschule, wo er die 8. Klasse abschloss. In der privaten Döbelner Germania-Drogerie wurde er zum Drogisten ausgebildet, besuchte dazu die Drogistenschule in Chemnitz. Nach der Lehre wechselte er zur staatlichen Handelsorganisation (HO), die ihn bald in Leisnig als Verkaufsstellenleiter brauchte. Als er den entsprechenden Laden in Waldheim übernahm, konnte er diesen als Fotogeschäft entwickeln. Doch der Verdienst blieb knapp, so nutzte er die Chance, beim Staatlichen Kreiskontor als Sachbearbeiter für Pflanzenschutz- und Düngemittel anzufangen. Als dieses in den sechziger Jahren aufgelöst wurde, wurde er als Leiter der Materialbeschaffung/ Einkauf zur Kosmetikfirma VEB „Florena“ Waldheim abgeworben. 1985 wechselte er als Hauptbuchhalter zur Brückenmühle Waldheim, war jedoch froh, als mit den Privatisierungen nach dem Ende der DDR 1992 ein gleitender Übergang in den Rentenbezug möglich wurde. Auch auf weitere Einsätze als Zugführer bei den Kampftruppen der DDR konnte er gern verzichten. Da Sohn Steffen 1999 verstarb, sind Dorothea und Eberhard Pelz glücklich, die beiden Enkelinnen ab und zu um sich zu haben. Im Gartenverein Schillerhöhe, wo er auch lange als Schatzmeister agierte, finden sie ihren Ausgleich.
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