MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosemarie Parthum
In der Landwirtschaft zu Hause
Feldbaumeisterin
08371 Glauchau
Auf dem Lande hat sie sich von kleinauf zu Hause gefühlt. Rosemarie Parthum aus dem sächsischen Glauchau ist mit ihren Geschwistern, sie hatte noch drei Brüder und eine Schwester, in der Landwirtschaft großgeworden. Die Mutter war Hausfrau, der Vater Landwirt und so musste Rosemarie, geboren 1937 in Königsberg in Ostpreußen (heute Kaliningrad), immer mit zufassen. Das war für sie die normalste Sache der Welt. 1944 ausgebombt, kam die Familie nach Sachsen. Zunächst ohne das Familienoberhaupt, denn der Vater kehrte erst 1946 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause zu den Seinen zurück. Nach dem Abschluss der 8. Klasse lernte sie, die als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebte und überlebte, den Beruf einer Zwirnerin in der Textilindustrie. Doch in ihrem Beruf arbeitete Rosemarie nicht, sondern sie landete zunächst im Büro, was ihr gar nicht lag. 1957 heiratete sie ihren Mann Helmut (Landwirt, 2003 gestorben) und das Paar fasste Fuß in der Landwirtschaft, übernahm Stallungen. Bis zur Wende arbeiteten beide bei der LPG. „Ich war auch im Feldbau als Meisterin aktiv, hackte Rüben und mein Mann fuhr Traktor“, berichtet Rosemarie Parthum aus ihrem langen und erfüllten Leben. Es war stets arbeitsreich und körperlich schwer. „Aber die Arbeit hat mir gefallen, besser als im Büro zu sitzen“, sagt die Rentnerin heute rückblickend. Die Wende brachte ihr nichts Gutes. Ehemann Helmut erkrankte schwer und Rosemarie Parthum, die aus gesundheitlichen Gründen kinderlos blieb, pflegte ihre Mutter mit großer Hingabe. Sie hörte auf zu arbeiten und kümmerte sich liebevoll um ihre kranke Mutter, denn ein Platz im Altenpflegeheim kam nicht in Frage. „Unsere Mutter hat uns durch die schweren Kriegszeiten gebracht, also wollte ich nun für sie da sein“, erklärt Rosemarie Parthum. Das war für sie selbstverständlich, etwas zurückzugeben. Doch ihr Leben bestand nicht nur aus Arbeit, Ordnung und Pflichterfüllung. „Man muss sich auch mal was gönnen“, darin war sie sich mit ihrem Lebensgefährten Karl (Tierarzt, inzwischen auch gestorben) einig. Mit Karl war Rosemarie zuvor viele Jahre gut befreundet. Beide kannten sich also schon recht lange und sie verreisten viel und gern – in die Schweiz und nach Österreich, nach Kroatien und Frankreich zum Beispiel. Früher hielt Rosemarie Parthum den Garten in Ordnung, inzwischen führt sie mit über 80 Jahren noch immer ihren Haushalt selbst. Und darauf legt sie im hohen Alter viel Wert, wie sie stolz erklärt. Ihr größter Wunsch und Traum? Möglichst noch lange gesund bleiben, das wünscht sich die Frau aus Sachsen am meisten. Ja, sie lebt gerne hier in ihrer Region in und um Glauchau, die Stadt ist ihr längst zur Heimat geworden.