MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hartmut und Angelika Pannier
„Die Geschichte endet nicht mit uns.“ (Sokrates)
Am Birkenhain 30
06847 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8582345
Familie Pannier ist stolz darauf „Ur-Dessauer“ zu sein und Hartmut Pannier verweist zudem darauf, dass auch seine Vorfahren schon lange in der Region ansässig sind – seit über 250 Jahren! Wen wundert es da, dass sich beide sehr der Geschichte der Stadt verbunden fühlen, Traditionen pflegen. Die 1950 als Tochter einer Sekretärin und eines Stahlbauschlossers geborene Angelika wollte ursprünglich einen kreativen Beruf ergreifen, Friseurin oder Tänzerin werden. Das konnte sie nicht verwirklichen, absolvierte stattdessen am Institut für Lehrerbildung ein Studium, schloss als Heim- und Horterzieherin / Lehrerin ab. Das Dessauer Kinderheim war ihr erster Arbeitsplatz. Nach der Hochzeit mit Hartmut Pannier (11.11., um 11.11 Uhr) wechselte sie als Erzieherin in einen Schulhort, gab in der Unterstufe Unterricht an verschiedenen Schulen. Die Wende brachte beruflichen Wandel. Wissend, als Horterzieherin keine berufliche Perspektive zu haben, besuchte Angelika Pannier die Kreativschule Leipzig, erlangte mit diesem Zusatzstudium zwar persönliche Bereicherung, bemerkte jedoch bald die berufliche Zukunft damit nicht verbessern zu können. Ein weiteres Zusatzstudium „Schulsozialarbeit“ sollte helfen. An einer Sekundarschule wurde sie im Freizeitbereich für Schulsozialarbeit tätig, bewältigte hier eine sehr anspruchsvolle Arbeit. Ihre kreative Ader lebte Angelika Pannier seit jüngster Kindheit aus. Schon mit drittem Lebensjahr im Theaterballett tanzend, später an der Volkskunstschule und im Kulturellen Ensemble der Konsumgenossenschaft aktiv, durfte sie ab dem 14. Lebensjahr innerhalb des Karnevalvereins ihr tänzerisches Können zeigen. Was so begann, entwickelte sich zu einer engen Liebe zu Kultur und Tradition. Als Dessauer Original „Bewwersch Änne“ setzt sie heute Geschichte in Szene, pflegt Mundart, sorgt für lustige Momente im Straßentheater. So stadtbekannt geworden, kann man sie heute auch in der Rolle der Henriette Leopoldine Freifrau von Pannier in selbst genähten historischen Gewändern erleben – innerhalb der Interessengemeinschaft „Dessauer Hofstaat“ die sich im Verein zur Förderung der Stadtkultur dem Erhalt und der Pflege höfischer Traditionen des 18. Jahrhunderts widmet und Geschichte erlebbar macht.
Ehemann Hartmut Pannier (geb. 1948) besuchte die gleiche Schule wie seine Frau, lernte sie näher beim Tanz kennen. Nach der Berufsausbildung Mechaniker mit Abitur und Ableistung seines Wehrdienstes, studierte er an der Filmhochschule Babelsberg, schloss als Fachhochschulingenieur für Film- und Fernsehtechnik ab. Mit einem Fördervertrag zurück in seinem Ausbildungsbetrieb (Filmfabrik Wolfen) wurde er in der Kundendienstabteilung als Applikationsingenieur zur Betreuung von Großkunden eingesetzt, erlebte so die Wende. Die Suchkriterien einer Stellenannonce von KODAK entsprachen seinem Profil und das Lesen dieser wurde zum Sprungbrett in die neue Arbeitsstelle (Bereich Medizin). Rund 80.000 km Fahrleistung im Jahr, überdurchschnittliche Arbeitszeiten, harter Wettbewerb, Sonnabend- und Sonntagtätigkeit standen fortan auf dem Programm. Als sich die Möglichkeit bot, über Altersteilzeit in den Ruhestand zu gehen, nahm Hartmut Pannier diese wahr. In allen Vereinen gemeinsam aktiv, teilt das Paar die jeweiligen Interessen des anderen und die Beschäftigung mit historischen Themen. Viel Herzblut bringen beide in ihre ehrenamtliche Arbeit ein und dieses gemeinsame Engagement gesund und friedlich weiter betreiben zu können, wünschen sich beide sehr.