MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rene Paukschta
Kapitel einer Lebensgeschichte
Elektriker / Nachrichtentechniker / Fachhochschulingenieur
Borkheider Str. 5
12689 Berlin
Rene Paukschta, 1948 in Berlin geboren, möchte einige Kapitel aus seiner Lebensgeschichte erzählen, die von Glück und Schicksalsschlägen geprägt ist.
„Meine Mutter war Verkäuferin, der Vater Fotograf im Berliner Ensemble. Ich wurde nach dem evangelischen Glauben erzogen, nahm am Religionsunterricht teil, wurde auf Wunsch der Eltern eingesegnet. Später trat ich aber in die Jugendorganisation FDJ ein“, so beginnt Rene Paukschta das erste Lebenskapitel.
Nach Abschluss der 10. Klasse lernte er im Glühlampenwerk NARVA Elektriker, eine Notlösung, die er bis heute nicht bereut hat. Gleich nach dem Armeedienst studierte er drei Jahre lang Nachrichtentechnik, wurde Fachhochschulingenieur für Geräte und Anlagen. Danach kehrte er zu NARVA zurück und fing in der Abteilung Elektronische Bauelemente als Technologe an. „Da entwickelten ein Gerät, das bei wechselnden Temperaturen die Frequenzen stabil hält“, erzählt Rene Paukschta, der danach als Abteilungsleiter arbeitete. „Zur Wende gehörte ich zu den letzten sieben Mitarbeitern, die noch einige Zeit bei NARVA bleiben durften. Eines Tages knipste ich dann das Licht aus.“
Ein weiteres Lebenskapitel ging zu Ende, ein anderes tat sich auf. Durch eine Zeitungsanzeige kam Rene Paukschta zu einer neu gegründeten Firma, verlegte Kabel, führte diverse Messungen durch. „Neun Jahre war ich dort beschäftigt. Die Umstellung von der Tätigkeit am Schreibtisch zur körperlichen Arbeit fiel mir am Anfang nicht leicht“, schmunzelt Rene Paukschta. In den alten Bundesländern erstellte er später Dokumentationen für verlegte Kabel. Einige Zeit danach betreute er Ein-Euro-Jobber (MAE-Kräfte), die in Berliner Kindertagesstätten tätig waren, kümmerte sich um Berichte und Statistiken. Vier Jahre später ging er in Rente.
Ein neues Lebenskapitel begann. Rene Paukschta hat nun mehr Zeit zum Lesen vor allem von historischen Romanen und Krimis. 800 bis 1.000 Bücher stehen in den Regalen. Zudem sammelt er Briefmarken und Münzen, geht auf Reisen. Nach Ägypten möchte er gern noch. Schon als Junge malte er Bilder, will wieder zu Pinsel und Farbe greifen und kreativer sein. Zudem ist Basteln seit der Kindheit Bestandteil seines Lebens.
2013 war das traurigste Kapitel seines Lebens. Renate, mit der er über 40 Jahre verheiratet war, verstarb. Sein Sohn spendet ihm Trost. Bleibt die Hoffnung, dass Rene Paukschta in den nächsten Kapiteln nur noch Gutes erzählen kann.