MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Michael Pardon
Bodenständig oder Der Traum vom Fliegen
Kürenzerstr. 44
12681 Berlin
E-Mail: drmpardon@gmx.de
Internet: www.dialogica-institut.de, www.utecon.de
Herr Dr. Pardon sitzt im Wintergarten seines Eigenheimes am Rande von Berlin und genießt den Blick in seinen Garten. Ein Garten spielte bereits in der Kindheit eine große Rolle. Michael Pardon wurde im Oktober 1947 geboren und wuchs als Ältester von fünf Geschwistern im schönen Vogtland auf. Die Mutter war Heimarbeiterin im Großbetrieb für Abzeichen und Orden in der DDR, der Vater Maurer. 1966 schloss der junge Michael an der EOS das Abitur und ebenso die Berufsausbildung zum Werkzeugmacher erfolgreich ab. Er ging zur Nationalen Volksarmee und studierte an der Offiziersschule Raketen-Elektronik. Herr Pardon beendete vorzeitig das Studium als Ingenieur und wurde an die Militärakademie nach Leningrad delegiert. Dort studierte er militärische Automatisierungstechnik und wurde Diplom-Ingenieur – der erste Akademiker in der Familiengeschichte bis dato. 1973 kam der junge Mann zurück in die DDR und übernahm bei der Luftverteidigung der DDR wachsende Verantwortung auf dem Gebiet Automatisierte Führungssysteme - bis Herbst 1990. Eigentlich wollte Michael Pardon Jagdflieger und später Kosmonaut werden. Juri Gagarin und die Raketentechnik hatten ihn fasziniert. Seit der 8. Klasse betrieb er Segelflug und hat es bis zum Alleinflug geschafft. Mit dem Kosmos klappte es später dann doch nicht. Dafür erklomm Dipl.-Ing. Pardon wissenschaftliche Höhen – er forschte in der freien Zeit zu Datenübertragungsverfahren u.a. für Kosmosverbindungen, wurde 1982–1983 zum Dr.-Ing. an der TU Dresden promoviert und 1988 habilitierte er zum Dr. sc. techn.. Patentanmeldungen, der Friedrich-Engels-Wissenschaftspreis, der Orden „Banner der Arbeit“ für die zivile Adaption eines militärischen Informationssystems in einem Stahlkombinat waren u.a. Ergebnisse einer spannenden Tätigkeit. Mit dem politischen Umbruch in der DDR entschied sich Dr. Pardon, Unternehmer zu werden. Seine erste Firma, eine DDR-GmbH, gründete er bereits im Februar 1990 auf dem Gebiet Umweltschutz, Planung und Umweltinformationssysteme. Über eine bundesweite Ausschreibung erhielt die junge Ostberliner Firma 1991 den Auftrag, die Umweltdatenbank der Treuhand aufzubauen - eine Münchner Rüstungsschmiede als Projektpartnerin wurde „erwünscht“, doch „Ost führte West“. Unglaublich auch die unsägliche Privatisierungspolitik der „Treuhand“. Im Laufe der kommenden Jahre kamen weitere Firmen von Dr. Pardon hinzu. Gemeinsam mit seiner Frau Inge, einer promovierten Historikerin, mit er seit 1968 verheiratet ist und einen Sohn hat, gründeten sie 1997 ein Fremdspracheninstitut. Hier werden Kurse wie Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Norwegisch, Schwedisch, Italienisch, ja Arabisch oder Türkisch und Deutsch für Ausländer angeboten. Derzeit sind beide noch mit der zeitnahen Übergabe des Instituts in jüngere Hände beschäftigt, um endlich in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Langweilig wird es dann bestimmt nicht: Neue, interessante Projekte sind bereits ins Auge gefaßt – die eigene Geschichte aufschreiben, über das Leben in einer menschenwürdigen Gesellschaft und über die kapitalistische – gedacht auch für die drei Enkel auf ihrem Weg ins Leben. Dazu noch die Erforschung der Vorfahren und über das Wirken historischer Persönlichkeiten. Und dann wartet fast täglich der Garten, eben die Bodenhaftung...