MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roselinde Oswald

Heimat Thüringen, Kaninchenzucht „Thüringer“

Roselinde Oswald

Landwirtin
07929 Saalburg-Ebersdorf

An vielen Ausstellungen haben Oswalds mit ihren Rassekaninchen der Gattung „Thüringer“ teilgenommen, viele Pokale in Empfang nehmen können. Seit Roland Oswald erkranke, er verstarb 2014, konnten die einst bis zu 150 Tiere nicht mehr ordentlich versorgt werden, so dass die Zucht aufgeben werden musste. In Friesau (heute Ortsteil von Ebersdorf), einem kleinen Dorf am Ostrand des Thüringer Schiefergebirges, wurde Frau Roselinde 1940 geboren, hier ist sie immer zu Hause geblieben. Einer ihrer Söhne bewohnt das Anwesen, in dem sie geboren wurde, sie selbst wohnt mit einem Sohn auf dem Hof, in dem sie durch die Heirat 1959 kam, für einen weiteren Sohn wurde im nahen Remptendorf ein Haus ausgebaut. Sie und ihr Mann entstammten beide landwirtschaftlichen Familien, ihr Vater fiel im Krieg, so dass sie im Kreis von Mutter und Großeltern aufwuchs. Da hieß es neben schönen Kindertagen auch früh sich an Arbeit gewöhnen. Nach der 8. Klasse endete die eigentliche Schulbildung, dann lernte sie die Praxis von Hof, Stall und Feld auf das Gründlichste, nur die Landwirtschaftsschule brach sie ab, Russisch und Marxismus-Leninismus brauchte sie nicht für das, was ihr Leben bestimmen sollte. Als die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) gegründet wurden, waren Oswalds dabei, Roland Oswald arbeitete als Kraftfahrer dann vor allem für die örtliche LPG, Roselinde Oswald kümmerte sich vorerst um die drei Söhne, den Haushalt und mit der Schwiegermutter um Kleinvieh und Garten, die nicht vergenossenschaftet waren. Später wurde sie in der LPG gebraucht, in der ihr älterer Bruder Vorsitzender war, sollte anfangs in den großen Stall, bestand sogar die Rinderzuchtprüfung, aber industrielle Tierproduktion widersprach ihren Grundsätzen von artgerechter Haltung, so dass sie im Feldbau tätig wurde. Im Winter wurde für eine Blankensteiner Textilfirma genäht, als die Schwiegermutter pflegebedürftig war, stickte sie Tischdecken in Heimarbeit. Das Ehepaar besserte, als sie in Ruhestand gingen, mit Nebentätigkeiten beim Zeitungsaustragen oder für den logistischen Bereich einer Bäckerei sich die Rente noch einige Jahre auf. Viel waren sie im Wald unterwegs, Holz machen, Preiselbeeren und Pilze sammeln, gern auch wandern. Besonders beglückend waren die Touren bei den acht Urlauben am Wilden Kaiser in Tirol. Freude bereiten auch die sechs Enkel und das erste Urenkelkind.
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