MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reinhardt Oschmann
Mensch bleiben
Zimmerermeister
Auf der Höhe 23
99894 Friedrichroda/OT Finsterbergen
Mensch sein und Mensch bleiben, das ist seine Devise, und aus dieser Grundeinstellung rührt auch seine Hilfsbereitschaft anderen gegenüber. Allerdings muss diese Hilfsbereitschaft da ihre Grenzen haben, wo für den selbstständigen Zimmerermeister das den Lebensunterhalt bedeutende Geschäft beginnt, denn nur aus Gefälligkeit kann er nicht arbeiten, und so sind es vornehmlich auch nicht bezahlte Rechnungen, über die er sich ärgert und im Einzelfall auch zornig werden kann. Für einen selbstständigen Zimmerermeister, der allenfalls, je nach Auftragslage, zwischen einem und zwei Gesellen beschäftigen kann, ist das ?berleben so schon schwer genug.
1964 in Finsterbergen geboren, besucht Reinhardt Oschmann dort auch die polytechnische Oberschule und macht dort auch von 1980 bis 1982 bei der PGH Bau und Ausbau seine Lehre als Zimmerer. Bis zur Wende bleibt er auch dort, dann, am 01.11.1989, wird er noch zur Nationalen Volksarmee eingezogen. Als er die Armee im Jahr 1990 wieder verlässt, ist er Angehöriger der Bundeswehr. Er geht wieder zurück zur PGH, die sich dann 1992 in eine Genossenschaft umwandelt und bei der er weiter als Zimmerer arbeitet, wobei er nun jedoch neben den reinen Zimmererarbeiten auch Arbeiten im Büro verrichtet wie zum Beispiel das Arbeiten mit CAD. 1996 beginnt er über die Handwerkskammer Erfurt mit der Meisterausbildung, die er im Jahr 1997 als Zimmerermeister abschlie?t. Im Dezember 2001 wird ihm betriebsbedingt gekündigt und er muss sich überlegen, wie es nun weitergehen soll. Er entscheidet sich für die Selbstständigkeit und meldet zum 11.03.2002 ein Gewerbe als selbstständiger Zimmerermeister an. Von der Genossenschaft mietet er eine Halle an und betreibt nun seine eigene Zimmerei. Sein ehemaliger Arbeitgeber, die Genossenschaft, hält sich noch bis zum Jahr 2003, dann muss diese die Insolvenz anmelden. Mit seiner kleinen Zimmerei baut und repariert er Dachstühle, so hat er zum Beispiel 2003 den Kirchturm von Finsterbergen repariert, verlegt Massivholzdielen und Laminat oder baut auch schon mal ein komplettes Holzhaus. Im Winter sieht es allerdings mit der Auftragslage nicht so rosig aus. Aber auch wenn die Auftragslage schlecht ist, dann ist da ja immer noch seine mit viel positiver Energie ausgestattete Frau Manuela, zusammen mit den drei Söhnen Jonas, Robert und Mario, ohnehin sein ganzer Stolz.