MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bernd Otterstein
Ein Traditionsgasthof im Wandel der Zeiten
Gastronom
Am Bach 1
99518 Schmiedehausen
Fon: 036421 / 22731
Vor Kurzem abgeschlossene Nachforschungen im Kirchenregister haben zutage geführt, dass der Gasthof „Zur Post“ in Schmiedehausen sich bereits seit dem Jahr 1824 im Besitz der Familie Otterstein befindet. In wenigen Jahren könnte demnach das 200-jährige Jubiläum gefeiert werden.
Bernd Otterstein, der gegenwärtige Inhaber, wurde 1950 in Jena geboren. Nach Abschluss der Schule begann er eine Schlosserlehre, da man damals, wie er mir erklärte, allein vom Betrieb des Gasthofes seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte. Aber schon sehr bald eröffnete er gemeinsam mit seiner Mutter einen Kommissionshandel bei der Konsumgenossenschaft. Im Laufe der Zeit verschob sich das Gewicht immer mehr auf den Gastronomiebetrieb hin, bis dieser irgendwann wieder zur Haupteinnahmequelle der Familie wurde. Neben dem laufenden Gastbetrieb spezialisierte man sich auf Tanzveranstaltungen, Familienfeiern sowie Discoabende, die auch in der weiteren Umgebung regen Zuspruch fanden. Mit dazu beigetragen hat sicherlich auch das Bestreben von Bernd Otterstein, selbst ausgefallene Kundenwünsche nach Möglichkeit zu erfüllen, obwohl dies zu DDR-Zeiten mitunter mit reichlich Aufwand und Mühe verbunden war. Aber – der Servicegedanke spielte damals schon eine herausragende Rolle.
Nach der Wende plante Bernd Otterstein anfangs, seinen Betrieb und dabei insbesondere die Diskothek, großzügig zu erweitern. Doch, wie so häufig, spielten die Banken nicht mit. Und heute ist er froh, dass diese Pläne sich zerschlagen haben und sich die Umbauten auf ein, wie er meinte, vernünftiges Maß beschränkt haben. Derzeit führt Bernd Otterstein den Gasthof zusammen mit Ehefrau Bärbel, mit der er zwar seit 25 Jahren bereits zusammenlebt, aber erst seit einem Jahr verheiratet ist. Als zweites Standbein baute man sich vor einigen Jahren einen Partyservice auf. Qualität ist hierbei vorrangiges Gebot, auch wenn man deshalb etwas teurer ist als die Konkurrenz. Aber diese Einstellung wird von der Kundschaft akzeptiert – und das ist die Hauptsache, machte Bernd Otterstein deutlich.
Seit 1994 ist er ehrenamtlich noch als Ortsbürgermeister tätig. Bernd Otterstein steht auf dem Standpunkt, dass Herumnörgelei an der Politik allein keine Lösung darstellt, vielmehr sollte man sich aktiv betätigen und zumindest versuchen, beanstandete Missstände abzustellen. Und er ist stolz, in dieser Funktion für seine Gemeinde schon einiges erreicht zu haben.