MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Elisabeth Onißeit
Iron-Woman
Diplom-Landwirtin
99510 Apolda
75 Jahre und kein bisschen langsam – auch wenn es beim Triathlon inzwischen für Elisabeth Onißeit um etwas kürzere Distanzen geht, noch nimmt sie an Wettbewerben ihrer Altersklasse teil. Geboren wurde sie 1944 in Apolda. Die Tochter einer Lehrerin begleitete mangels Kindergartenplatz ihre Mutter schon mit in die Schule, so dass sie bei der Einschulung gleich mit der 2. Klasse begann. An der Erweiterten Oberschule (EOS) legte sie 1962 das Abitur ab. Nach einem praktischen Jahr in Rostock mit Facharbeiterabschluss Landwirtschaft, studierte sie erst in Rostock, dann an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Diplomabschluss 1968. Im vierten Studienjahr erhielt sie eine Zusatzausbildung in Halle (Saale) in Hinsicht auf die Entwicklung der EDV. Dies sollte für ihre Berufslaufbahn entscheidend werden, denn nach dem Studium erhielt sie in der Abteilung Landwirtschaft des Rates des Bezirkes Erfurt die Möglichkeit, den frühen Aufbau der EDV für diesen Bereich in den siebziger Jahren mitzugestalten. In den achtziger Jahren wechselte sie zur Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) von Pfiffelbach, verantwortete dort den Umstieg auf elektronische Abrechnungssysteme und blieb auch, als aus dieser später die Agrargesellschaft Pfiffelbach GmbH hervorging, hilft dort immer noch gern aus, auch wenn sie seit 2009 im Rentnerstatus angekommen ist. Seit ihrer Jugend war sie zudem im Leistungssport aktiv, gewann u. a. eine DDR-Meisterschaft im Radrennsport auf der Bahn (Verfolgungsrennen), nahm später im Duathlon und Triathlon an DDR-Meisterschaften teil und wurde lange als Kampfrichterin eingesetzt. Der seinerzeit ebenfalls im Radsport aktive Lothar Onißeit wurde ihr Lebenspartner (Heirat 1968), inzwischen angekommen in den „goldenen“ Zeiten. Sohn Thomas (Jahrgang 1969) betreibt heute (lange auch vom Vater unterstützt) einen Rad-Shop in Apolda und bereicherte die Familie durch zwei Enkelkinder. Lothar Onißeit war als Ingenieur für Maschinenbau und Fachingenieur für Stahlbau tätig, arbeitete im Weimar-Werk, wechselte später in den Baubereich und betrieb mit einem Kollegen ein Statikbüro. Nebenberuflich arbeitete er als Übungsleiter im Radsport, übernahm Verantwortung im ACA – Ausdauersportklub Apolda e. V. und wurde zum Trainer für Frau Elisabeth, die in fortgeschrittenen Jahren vor allem im Triathlon eine neue Karriere startete. Viele Erfolge in ihrer jeweiligen Altersklasse und entsprechende Pokale zeugen davon. Sie qualifizierte sich dreimal für den prestigeträchtigsten aller Triathlon-Wettbewerbe, den Iron-Man auf Hawaii, erreichte mit einem dritten Platz in ihrer Altersklasse einen hoch zu schätzenden Erfolg. Bei Welt-, Europa- und nationalen Meisterschaften im Duathlon und Triathlon errang sie in den letzen 30 Jahren über 50 Medaillen, darunter der 1. Platz in der Weltmeisterschaft Ironman 70.3 2015 in Zell am See. Auch über die Bronze-Medaille bei der Triathlon-Weltmeisterschaft in Rotterdam in der Altersklasse AK 70 durfte sich Elisabeth Onißeit freuen.