MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dagmar und Albert Opfermann
Fremdsprachenlehrerin aus Leidenschaft
Lehrerin für Deutsch, Französisch und Englisch
99099 Erfurt
Generationen über Generationen hat sie in Sprachen ausgebildet. Dagmar Opfermann aus Erfurt war mit Leib und Seele Lehrerin. Ihr ganzes Berufsleben hat die Pädagogin aus Thüringen, seit 1975 glücklich verheiratet mit Albert Opfermann (Dipl.- ing. (FH) in der Metallbranche), neben Deutsch vor allem Französisch und Englisch unterrichtet. Dagmar Opfermann, die mit ihrem Mann zwei Kinder (Esther und Jan) sowie vier Enkel hat, war schon als Kind sprachbegabt. 1945 in Erfurt zur Welt gekommen, wurde sie mit sieben Jahren in ihrer Heimatstadt eingeschult. Nach der 8. Klasse besuchte Dagmar die Lessing- EOS, eine erweiterte Oberschule mit sprachlicher Anbindung. Dort erhielt sie erweiterten Russisch-, Englisch- und Französischunterricht. 1964 machte die Oberschülerin ihr Abitur, studierte danach vier Jahre lang an der Leipziger Karl-Marx-Universität und legte dort ihr Staatsexamen als Lehrerin für Deutsch und Französisch ab. Anfangs sah sie sich für den Lehrerberuf nicht geeignet. „Ich war sehr schüchtern“, blickt die Erfurterin zurück. Laut Absolventenlenkung, die zu DDR-Zeiten galt, sollte sie ihre berufliche Laufbahn in Stendal in der Altmark beginnen. Als sie ihren ehemaligen Schulleiter der Lessing- EOS traf und mit ihm darüber sprach, setzte er sich für die junge Frau ein, so dass sie an ihrer früheren Erweiterten Oberschule in Erfurt arbeiten konnte. Die Schüler waren damals nicht viel jünger als sie selbst, Dagmar Opfermann musste sich durchsetzen, kam aber gut klar. Sie erinnert sich noch genau, als sie ihre erste Klasse übernahm. „Ich war immer sehr tolerant, manchmal zu gutmütig. Das hatte Vor- und Nachteile“, schätzt sie sich selbst ein. 1972 wechselte die Pädagogin auf eigenen Wunsch an die Berufsschule des Bau- und Montagekombinates (BMK) Erfurt, um dort Schüler, die eine Berufsausbildung mit Abitur machten, in Englisch zu unterrichten. Der Schulleiter der Lessing- EOS hatte ihr das Leben schwer gemacht, weil sie nicht in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) eintreten wollte. An der Berufsschule wurde die junge Lehrerin von den meist älteren Kollegen mit offenen Armen aufgenommen. Neben der Unterrichtsarbeit bildete sie sich in Englisch weiter, um auch Abiturienten in diesem Fach unterrichten zu können. Parallel zu ihrer Lehrtätigkeit an der Berufsschule des BMK unterrichtete Dagmar Opfermann Französisch an der Reichsbahn-Betriebsschule. Ihre Arbeit als Fremdsprachenlehrerin hat ihr immer gefallen. Sie war an diesen Berufsschulen bis zur Wende und deren Auflösung tätig. Sie entschied sich in der Berufsausbildung zu bleiben und wechselte zur Berufsschule „Walter Gropius“, gab dort Englisch- und Französischunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Zudem wirkte sie seit der Wende als engagierte Fachberaterin in Prüfungskommissionen mit. Im Alter von 58 Jahren ging Dagmar Opfermann in Altersteilzeit. 2007 endete ganz offiziell ihr Berufsleben. Wenn sie heute zurückschaut und Bilanz zieht, spricht die erfahrene Pädagogin von einer wunderbaren Zeit. Sie war auch geprägt von einem Schüler- und Lehrer- Austausch mit französischen Kollegen. Noch heute bestehen freundschaftliche Kontakte, finden Treffen statt, die Dagmar Opfermann nicht missen möchte. Sie ist stolz auf ihre berufliche Tätigkeit und auf ihre Kinder. Die Familie ist ihr ganzes Glück. Dagmar Opfermann wünscht sich, auch weiterhin ein Leben in Gesundheit und Zufriedenheit führen zu können. Entspannung findet sie unter anderem bei der Betreuung ihrer Enkel, im Malkurs und im Fitness-Studio, während ihr Mann ehrenamtlich eine Mädchen-Fußballmannschaft in Erfurt trainiert. Albert Opfermann ist im Juli 2013 für sein Ehrenamt als Trainer sogar als „Thüringer des Monats“ ausgezeichnet worden. Im MDR-Fernsehen wurde darüber berichtet.