MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Achim Oelschläger
Das Leben als kontinuierlichen Lernprozess auffassen
Franzstr. 142
06842 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 213145
Für den Ingenieur und Chemiker Achim Oelschläger ist der Begriff des lebenslangen Lernens nicht nur eine Floskel, sondern bis heute ein wesentlicher Inhalt seines Lebens. Menschen, wie Hugo Junkers, der entscheidende Innovationen im Flugzeugbau, aber auch in der Wärmetechnik auf den Weg gebracht hat und der 1933 wegen seiner Gegnerschaft zum NS-Regime enteignet worden ist, sind für den geborenen Dessauer bis heute ein Vorbild. In Dessau wird er am 1. August 1935 geboren, die Mutter ist kaufmännische Angestellte, der Vater arbeitet als Chemielaborant. Auch der Sohn unterschreibt nach dem Abschluss der achten Klasse einen Lehrvertrag für diesen Beruf bei Agfa-Wolfen. Der zunächst für drei Jahre geltende Lehrvertrag wird wegen Fachkräftemangels zunächst auf zwei Jahre verkürzt, nach der erfolgreichen Teilnahme an einem Berufswettbewerb im Jahr 1951 werden für Achim Oelschläger, eigentlich gegen seinen Willen, einunddreiviertel Jahre daraus. Dafür erhält er später eine Delegierung zum Studium an die Fachschule für Chemie in Köthen, das er 1956 mit Erfolg als Ingenieur-Chemiker abschließt. In dieser Zeit lernt er seine spätere Frau Margarethe kennen, im Jahr 1960 ist Hochzeit. Die gelernte Bankkauffrau stirbt schon 1988. Die Tochter Silke wird 1964 geboren, ist Bauingenieurin und lebt heute in Zwickau. Zur Familie gehören außerdem noch vier Enkelkinder.
In dieser Zeit gibt es auch eine Reihe von Anwerbungsversuchen durch die Polizei und die Armee, die bei Achim Oelschläger aber erfolglos sind. Dieser arbeitet als Forschungsingenieur am Institut für Zement in Dessau, absolviert weitere Studien und erhält 1972 das Diplom als Verfahrenstechniker. Er wird Abteilungsleiter und steigt zum Bereichsdirektor auf. Nach seiner Entlassung 1990 findet er eine neue Arbeit als Dozent in der Erwachsenenqualifizierung auf dem Gebiet des Bauwesens und geht mit 67 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Als Forschungsingenieur verfasst Achim Oelschläger mit anderen Autoren mehrere Fachbücher für den Bereich der Bindebaustofftechnik. Seit 1990 engagiert er sich in der Dessauer Wohnungsgenossenschaft, ist zunächst Mitglied und später Vorsitzender des Aufsichtsrates und in dieser Funktion auch verantwortlich für rund 4.000 Mitglieder seiner Genossenschaft. Seit 1960 wohnt er hier. Außerdem arbeitet er oft in seinem Garten und bastelt gern. Nach der Jahrtausendwende tritt er in den örtlichen Modelleisenbahnklub ein. Zu Weihnachten 1938 liegt unter dem Weihnachtsbaum eines Modelleisenbahn, doch spielen nur der Vater und der Onkel damit, der dreijährige Achim darf nur zuschauen, nach dem Tode des Vaters kann er sie übernehmen. Bis heute trifft sich Achim Oelschläger gern mit Studienkollegen oder mit der Familie. Vor allem seinen Enkeln wünscht er eine gesicherte und angstfreie Zukunft.