MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oppermann
Vom Bauernsohn zum Ehrendoktor
Chemiker
01069 Dresden
Donauschwaben nannte man die deutsche Minderheit in Ungarn, zu der Heinrich Oppermanns bäuerliche Eltern zählten. In Ungarn 1934 geboren, gehörte er deshalb mit seiner Familie zu denen, die nach dem Krieg das Land verlassen mussten, 1948 nach Deutschland umgesiedelt wurden. Hier besuchte er bis 1952 die Schule, machte eine Ausbildung zum Facharbeiter für Molkereiwesen in Bautzen, konnte sich dann an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Leipzig auf das Studium vorbereiten. Im September 1955 begann er an der Technischen Hochschule Dresden in der Fachrichtung Chemie und Radiochemie (Kernchemie). Nach dem Diplom wurde Heinrich Oppermann wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Reinstoffe, dem späteren Zentralinstitut für Festkörperphysik und Werkstoff-Forschung der AdW. Er promovierte 1965, habilitierte sich 1972, wurde Abteilungsleiter und 1980 zum Professor ernannt. Er wurde 1984 auf den Lehrstuhl für Anorganische Chemie der TU Dresden berufen und nach neuem Recht 1992 durch Wiederberufung durch das Sächsische Wissenschaftsministerium bestätigt. Seine internationale Wirksamkeit führte ihn an Institute in Ost und West, u. a. dreimal nach Novosibirsk, wurde mit der Ehrendoktorwürde der russischen Akademie der Wissenschaften honoriert. An die dreihundert Publikationen zeugen von seiner wissenschaftlichen Produktivität. Ämter in fachlich orientierten Gremien und Gesellschaften wie als Beiratsmitglied des Max-Planck-Instituts Stuttgart (mit der dortigen Kollegenschaft verbinden ihn wichtige und menschlich bereichernde Kooperationserfahrungen), Gutachtertätigkeit für die Deutsche Forschungsgemeinschaft ergänzten sein universitäres Wirken. Auch nach dem Rentenbezug ab dem Jahr 2000 war er bis 2008 noch in Forschungsaufgaben tätig.
Seit er emeritiert ist, wurde das Schreiben zum geliebten Hobby, nun sind es Erinnerungen, Erzählungen, Kinderbücher, Gedichte, die gedruckt vorliegen.
Mit Frau Feodora, Mitarbeiterin im Sekretariat der Verkehrshochschule Dresden, ist er seit 1954 verheiratet, zwei Töchter, zwei Söhne, acht Enkelkinder und bisher drei Urenkel bereichern die Familie. Das Wochenendgrundstück im Bahratal (Sächsische Schweiz), die Reisen mit seiner Frau in die ganze Welt (bis nach Afrika und Australien), der jährliche Besuch der ungarischen Heimat bereicherten sein erinnerungsreiches Leben.